pte20000831004 in Leben
Flughafen-Malaria wird echtes Risiko
WHO plädiert für mehr Kontrollen
Genf (pte004/31.08.2000/08:45)
Nicht nur Reisende, die aus Malaria-Ländern zurückkehren, sind der Gefahr einer Infektion ausgesetzt. So genannte "airport malaria" (Flughafen-Malaria) stellt ein echtes Risiko dar. Dabei geht es um die Erkrankung von Menschen, die in der Nähe eines Flughafens wohnen oder arbeiten und die durch mitgebrachte Moskitos angesteckt werden.Die Kontrollen müssen verstärkt werden, um dieses Problem zu bekämpfen, fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO). http://www.who.int In den letzten 30 Jahren habe es rund 90 Fälle von Flughafen-Malaria gegeben, so der Hauptautor einer WHO-Studie, Norman Gratz. In Frankreich sind mit 26 die meisten Fälle registriert worden. Dies liege daran, dass viele Direktflüge aus Afrika in Paris landen. In Belgien habe es im gleichen Zeitraum 17 Fälle gegeben, in Großbritannien 14, in der Schweiz neun, in Österreich allerdings keine.
Flughafen-Malaria sei besonders gefährlich, so Gratz, weil die Krankheit oft nicht rechtzeitig diagnostiziert werde. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Arzt nicht mit einer möglichen Malaria-Infektion rechne, sei umso größer bei Fällen von "baggage malaria" (Gepäck-Malaria). Bei Gepäck-Malaria wird die Krankheit durch im Gepäck versteckte Moskitos erst fern des Flughafens übertragen.
Die WHO empfiehlt, dass alle Flugzeuge ordentlich besprüht werden, sowohl vor dem Start als auch nach dem Landen. Die Methode sei jedoch nicht fehlerfrei, räumt Gratz ein. Im Gepäckläden versteckte Moskitos können die Reise trotzdem überleben.
Die WHO-Empfehlung sei jedoch keine Pflicht, erklärt Armin Prinz, für Reisemedizin im Wien-Schwechat zuständig, gegenüber pressetext.austria. Darüber hinaus steige die Resistenz der Moskitos gegenüber den milderen Sprays. Er habe selber wiederholt gefordert, dass Kontrollen in Schwechat durchgeführt werden. Bis jetzt sei jedoch noch gar nichts passiert.
Siehe: http://www.who.int/bulletin/Thismonth/august.htm (Ende)
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