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pte20000320012 in Forschung

FELIX assistiert bei chirurgischen Eingriffen

Sprachgesteuertes Endoskop-Führungssystem für minimal invasive Chirurgie


Karlsruhe (pte012/20.03.2000/11:15)

Mindestens drei Hände gleichzeitig benötigt ein Chirurg, der mit Techniken der minimal invasiven Chirurgie operiert: zwei Hände, um chirurgische Instrumente wie Zangen oder Klammernsetzer zu halten, eine weitere, um das Endoskop mit Lichtquelle und Kamera zu bedienen. Das neuartige, am Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte Endoskop-Führungssystem FELIX wird hier in Zukunft Abhilfe schaffen: Am Operationstisch montiert, gehorcht es den gesprochenen Anweisungen des Chirurgen aufs Wort und führt das Endoskop an die gewünschte Stelle. FELIX entstand in einer Kooperation des Forschungszentrums Karlsruhe mit dem Herz-Kreislaufzentrum der Technischen Universität Dresden. http://www.fzk.de/FZK2/aktuelles/presse/2000/PI08_2000.html

Dem Patienten bringt die so genannte Schlüssellochchirurgie viele Vorteile. Da nun nur kleine Schnitte erforderlich sind, verringern sich Wundschmerzen und Genesungszeiten merklich, ebenso die kosmetischen Probleme infolge von Operationsnarben. Dem stehen Erschwernisse für den Chirurgen gegenüber, der nicht mehr am offenen Körper operiert: Mit eingeschränkter Sicht und Beweglichkeit und ohne Tastgefühl ist die Führung der Instrumente schwieriger geworden als zuvor. Die minimal invasive Chirurgie erfordert deshalb nicht nur eine intensive Ausbildung, sondern auch spezielle Werkzeuge und Handhabungssysteme.

Neben den eigentlichen chirurgischen Instrumenten muss ein Endoskop mit Lichtquelle in den Körper eingebracht werden; dank Miniaturisierung passt es durch eine Öffnung von wenigen Millimetern Durchmesser. Die endoskopischen Bilder werden nach außen auf einen Bildschirm übertragen. Positionierung und Führung des Endoskops war bisher Aufgabe eines Assistenten, der die Befehle des Operateurs konzentriert nachvollziehen musste. Diese Assistentenfunktionen übernimmt nun das Endoskop-Führungssystem FELIX, das Wissenschaftler des Forschungszentrums Karlsruhe in Kooperation mit dem Herz-Kreislaufzentrum der Technischen Universität Dresden entwickelt haben.

FELIX wird am Operationstisch befestigt und sorgt für eine präzise und stabile Positionierung des Endoskops. Verschiedene Motoren bewegen es in alle Richtungen. Die Motoren steuert der Chirurg über einfache Sprachbefehle und passt damit sein Sichtfeld den jeweiligen Erfordernissen selbst an. "Für die Positionierung während der Operation wurde eine eigene Sprachsteuerung entwickelt", erläutert Manfred Selig vom Institut für Medizintechnik und Biophysik des Forschungszentrums Karlsruhe. "Dafür ist nicht einmal mehr ein spezifisches Sprachtraining erforderlich. Das Gerät kann so ohne langwierige Einübungsphase von jedem Chirurgen bedient werden, selbst Dialekteinfärbungen sind kein Problem."

Entwickelt wurde FELIX für die endoskopische Herzchirurgie. Dank des einfachen modularen Aufbaus ist das System leicht auch für andere endoskopische Operationen einsetzbar. FELIX befindet sich zur Zeit in der vorklinischen Erprobung im Herz-Kreislaufzentrum der Technischen Universität Dresden und soll in Kürze für den klinischen Einsatz zur Verfügung stehen. (FZK) (Ende)
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