pte20000712029 in Forschung
FBI-Carnivore knabbert an Privatsphäre
Umstrittenes System sucht nach E-Mails von Verdächtigen
Washington (pte029/12.07.2000/14:08)
Mit einem eigens entwickelten System überwacht das FBI http://www.fbi.gov den E-Mail-Verkehr in den USA. Das Carnivore - Fleischfresser - genannte System kann mehrere Millionen Nachrichten in der Sekunde überprüfen. Obwohl das FBI beteuert, dass das System nur vereinzelt eingesetzt wird, hat es in den USA eine Welle des Protests ausgelöst.Was die Internetgemeinschaft in den USA am meisten besorgt, ist, dass Carnivore für seinen Einsatz direkt an die Systeme eines ISP angeschlossen werden muss. Damit hat das FBI Zugang zu allen digitalen Informationen, von E-Mail über Online-Banking bis hin zum Surfverhalten der Benutzer des ISP. Daher sehen Bürgerrechtsgruppen und auf Bürgerrechte spezialisierte Anwälte durch Carnivore den Schutz der Privatsphäre massiv bedroht.
Internetüberwachungen sind in den USA nur mit richterlichem Befehl möglich und werden nach Aussagen von US-Beamten relativ selten angewandt. Das FBI verteidigt Carnivore als präziser als ähnliche Methoden, die früher angewendet wurden. So könne man bei Abhöroperationen die Nachrichten einer einzelnen Person aus dem Strom von mehreren Millionen Sendungen herausfiltern. "Das ist ein sehr spezialisierter Schnüffler", meinte Marcus Thomas, Leiter der Cybertechnologie Abteilung im FBI, Hauptquartier. (zdnet) (Ende)
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