pte20000210007 in Leben
Faule Geschäfte mit der Gesundheit
TCM-Akademie reagiert auf Polemik im "Trend"
Wien (pte007/10.02.2000/09:15)
In der Februarausgabe des österreichischen Magazins "Trend" http://www.trend.at/aktuell ist ein Artikel zum Thema Alternativmedizin erschienen. Unter dem Titel "Kranke Geschäfte" geht die Autorin Brigitte Aumayer mit nicht schulmedizinischen Heilmethoden schwer ins Gericht: Auswirkungen auf die Gesundheit wären wissenschaftlich kaum überprüft, pflanzliche Arzneien wären nutzlos, manchmal sogar gefährlich. Die Österreicher geben pro Jahr geschätzte sechs Mrd. Schilling für nicht von den Krankenkassen gedeckte Gesundheitsleistungen aus. Fast die Hälfte davon versickere im "grauen Markt", so Aumayer wörtlich.Betroffen von der herben Kritik sind zum Beispiel auch Heilmethoden der traditionellen Chinesischen Medizin TCM. http://www.tcm-academy.org Einerseits wären Begriffe, die die TCM verwende schwer verständlich, andererseits können asiatische Arzneien, so die Stiftung Warentest, mit einem gesundheitlichen Risiko behaftet sein. Es wären Fälle von Kortisonüberschreitung und Schwermetallvergiftungen bekannt, schreibt Aumayer. Andreas Bayer, Chef der TCM Österreich und Arzt am Krankenhaus Rudolfinerhaus gegenüber pressetext.austria: "Das ist nicht unrichtig. Es gibt unlautere Unternehmen, die im Direktverkauf Medikamente anbieten. Wir warnen da etwa vor den holländischen Shen-Zhou Unternehmen oder der Hua-Tuo Gesellschaft. Patienten, die aber bei uns behandelt werden, bekommen Rezepte, die sie bei Apotheken einlösen. Dabei liefern die drei Großhändler Doskar, Stöger und König die Arzneimittel, die alle CE-zertifiziert sind."
Der schlechte Reinheitsgrad von Medikamenten sowie die Beimengung von Cortison seien bei Billigprodukten leider möglich und auch üblich, räumt Bayer ein. Die TCM-Diagnose könne krankhafte Veränderungen von Organen wie sie etwa bei Krebserkrankungen auftreten kaum erkennen, so das Urteil der Stiftung Warentest, auf das sich Aumayer stützt. "Das ist prinzipiell falsch", so Bayer. Wer eine TCM-Ausbildung habe, hat das Studium der westlichen Medizin absolviert und wisse daher, wie er zu reagieren habe. "Problematisch ist das nur bei unqualifizierten, selbsternannten Wunderheilern", so Bayer. Die TCM-Hotline vermittle über 8.000 Therapeuten in Österreich und Deutschland, die ein TCM-Diplom besitzen.
Zu großen Missverständnissen käme es auch daher, dass Heilkräuter, die die TCM aber auch die Ayurvedische Medizin verwende, hoch toxisch sind, wenn sie falsch dosiert werden. Das gleiche gelte aber auch für herkömmliche Antibiotika, die überdosiert, giftig wären und sogar zum Tod führen können. "Ich lehne es aber ab, dass alle alternativen Heilmethoden über eine Klinge geschoren werden. Es wird eine Technik verteufelt, nur weil der Anwender sie nicht versteht," meint Bayer. "Die kognitive Fähigkeit des Arztes wird nicht geschult, vielmehr werde darauf geachtet, wie ein Repetiergewehr Resultate auszuspucken", meint Bayer. Letztlich sei für den Patienten ein gut ausgebildeter Mediziner auch ein Garant für gute Leistungen. (ww)
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