pte20000901028 in Leben
Europa: Sechs Prozent der Todesfälle durch Luftverschmutzung
Autoabgase sind in erster Linie für katastrophale Luft verantwortlich
Basel (pte028/01.09.2000/15:00)
Rund sechs Prozent aller Todesfälle in Österreich, Frankreich und der Schweiz werden durch die Luftverschmutzung verursacht. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von der WHO-Europa, die von Experten aus diesen Ländern erstellt wurde. Das Ergebnis wird in der Printausgabe des britischen Wissenschaftsmagazins The Lancet http://www.thelancet.com am Samstag veröffentlicht.Die Wissenschaftler haben Sterberegister ausgewertet und sie mit Statistiken über Atembeschwerden und umweltbedingte Herzkrankheiten verglichen. Mehr als 40.000 Todesfälle sind auf Luftverschmutzung zurückzuführen. Die Hälfte der Fälle steht im Zusammenhang mit Abgasen aus Fahrzeugen, so die Studie. Die Luftverschmutzung durch Autoabgase wird auch mit der Zunahme von chronischer Brochitis in Verbindung gebracht. Mehr als 25.000 neue Fälle dieser Erkrankung gebe es jährlich bei Erwachsenen, mehr als 290.000 Fälle von Bronchtis-Fälle gebe es allein bei Kindern. Mehr als eine halbe Million Asthma-Anfälle und über 16 Mio. Arbeitstage, die durch Atemwegserkrankungen zu eingeschränkter Arbeitskraft führen, sind die Folge von Autoabgasen.
Zwar sei die Gefahr für einzelne Menschen relativ gering, aber die Schäden für die allgemeine Gesundheit und die Volkswirtschaft wären enorm, so der Leiter der Studie Nino Künzli, der am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel http://www.unibas.ch arbeitet. Kritisch steht die Studie auch den Berechnungen der Kosten für den Invidualverkehr entgegen. "Der Schwerpunkt der Studie basiert auf dem Argument, dass der Verkehr Kosten verursacht, die die Verschmutzer, also die Autofahrer nicht decken. Solche Kosten sind ein wirtschaftliches Problem, weil darin der Marktpreis für verschwendete Ressourcen, wie saubere Luft, Ruhe und sauberes Wasser nicht enthalten ist. Daher sollte eigentlich der Preis von sauberer Luft mitkalkuliert werden", so die Studie.
Die Kosten für das Gesundheitssystem werden in der Studie auf knapp 1,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes geschätzt. In einem Kommentar kritisierten zwei Wissenschaftler diese Zahlen als "konservative Berechnungen", da die tatsächlichen Folgen viel größer wären und daher die Kosten weitaus höher liegen.
Weitere Informationen unter: http://www.who.dk/london99/transport04.htm (Ende)
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