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pte20000531010 in Leben

Ethik-Kodex für Online-Therapien erstellt

Internet-Therapien bedeuten Gefahr für Menschen mit psychischen Problemen


New York (pte010/31.05.2000/11:00)

Psychotherapeuten und Patientenanwälte befürchten, dass Therapie-Angebote im Internet an Hilfesuchenden mehr Schaden anrichten als sie helfen können. Anlässlich einer Konferenz in Capitol Hill wurde von der Internet Healthcare Coalition http://www.ihealthcoalition.org ein elektronischer Ethik-Kodex http://www.ihealthcoalition.org/ethics/ethics.html erstellt. Kritiker meinen, dass die einzige Rechtfertigung von Online-Therapien darin liege, dass Menschen mit psychischen Problemen Hilfe suchen könnten, ohne Angst vor Stigmatisierung haben zu müssen.

Der Kodex enthält Regeln, die im elektronischen Gesundheitsbereich tätige Personen freiwillig einhalten sollen. Dementsprechend sollen die etwa 300 relevanten Websites Eigentümerverhältnisse offenlegen und Datenschutzrichtlinien befolgen. Außerdem muss ein Psychotherapeut im Internet Patienten auf die Beschränkungen von Online-Diagnosen aufmerksam machen und bei Notwendigkeit an andere Institutionen verweisen.

Thomas Nagy, Experte für Psychologie-Ethik, sieht die Gefahr von Internet-Therapien vor allem darin, dass selbsternannte Therapeuten keinerlei Auflagen erfüllen müssen. Er sagte: "Im Bereich der Internet-Therapie gibt es weder Training noch Forschung, der Begriff ist noch nicht einmal definiert worden." Er ist der Meinung, dass persönliche oder telefonische Therapien immer vorzuziehen sind: "Wörter auf einem Bildschirm können die Bandbreite emotioneller Untertöne einfach nicht wiedergeben. Bei der Telefon-Therapie ist um vieles mehr an Information möglich, die Stimme des Patienten kann einigen Aufschluss über dessen psychischen Zustand geben."

Der New Yorker Psychologe Glen Marron meint, dass die Branche viel schneller wächst als sie eigentlich sollte. Er sagte: "Ich glaube, es steht außer Frage, dass das Internet letztlich eines der wichtigsten Therapie-Medien sein wird. Die Technologie ist aber viel weiter fortgeschritten als unsere Infrastrukturen und Richtlinien."

Experten sind überzeugt, dass die Angst vor Stigmatisierung der Hauptgrund ist, warum Menschen mit psychischen Problemen keine professionelle Hilfe suchen. Eine Studie der National Mental Health Association http://www.nmha.org hat ergeben, dass die Hälfte der US-Amerikaner Menschen mit psychischen Krankheiten, die in den Unterhaltungsmedien gezeigt werden, als Drogensüchtige, Alkoholiker und Kriminelle einstuft.

Nagy meinte, dass sich Psychotherapeuten in jedem konkreten Fall fragen müssen, ob sie dem Patienten Schaden zufügen, indem sie ihn keiner persönlichen Behandlung unterziehen. "Nur auf diese Art könnten Online-Therapien als Behandlungsmethode ethisch vertretbar sein", so der Psychologe. (wired) (Ende)
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