pte20000713015 in Leben
Erstes bei Pflanzen krankheitserregendes Genom entschlüsselt
Hälfte der Gene wurde nie zuvor nachgewiesen
Sao Paulo (pte015/13.07.2000/12:00)
Wissenschaftler der Onsa (Organisation for Nucleotide Sequencing and Analysis) haben das erste Genom einer Bakterie entschlüsselt, das bei Pflanzen zu Erkrankungen führt. http://watson.fapesp.br/Genoma.htm "Xylella fastidiosa" gefährdet Zitrusfrüchte und ist vor allem in Brasilien gefürchtet, wo ein Drittel der weltweiten Orangenproduktion beheimatet ist.Das vollständige Wissen um die biochemischen Vorgänge der Mikrobe soll die Entwicklung eines neues Schutzes der wertvollen Ernten ermöglichen. Die von Insekten übertragenen Bakterien verstopfen die Xyleme der Pflanzen, die wie Venen die Pflanze mit Nährstoffen versorgen. Die Blätter und Früchte der Pflanze werden nicht ausreichend versorgt. Die Folge sind kleine harte Früchte ohne Saft.
Der genetische Code der Bakterie ist 2.679.305 Zeichen lang. Die DNA selbst formt ein großes Chromosom und zwei kleinere Ringstrukturen. Die Analyse des Codes gibt Hinweis auf etwa 3.000 Gene. Der Wissenschaftler Andrew Simpson erklärte, dass die genaue Funktion etwa der Hälfte dieser Gene bekannt war. "Einige der Gene wurden bereits in anderen Bakterien gefunden, andere wurden jedoch nie zuvor nachgewiesen." Bekannt ist die von der Bakterie verursachte Krankheit bereits seit 1987. Es dauerte allerdings weitere sechs Jahre, bis Xylella fastidiosa als Krankheitserreger identifiziert werden konnte. Stämme der Xylella fastidiosa werden mit einer Reihe anderer Erkrankungen bei Pflanzen in Verbindung gebracht.
Wissenschaftler des Ludwig Institute for Cancer Research http://www.ludwig.org.br erklären, dass das Studium dieses Genoms zu interessanten Hinweisen auf andere krankheitserregende Bakterien geführt habe. Xylella fastidiosa produziere eine Reihe von Oberflächenmolekülen, die bis jetzt nur bei menschlichen Krankheitserregern gefunden wurden, die sich an rote Blukörperchen anhängen. "Natürlich verfügen Pflanzen nicht über rote Blutkörperchen. Es ist jedoch jetzt klar, dass es Moleküle mit einer generellen Pathogenizität gibt, die unabhängig vom Wirt sind." (bbcnews) (Ende)
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