pte20000510012 in Leben
Energieplantagen speichern Sonnenlicht
Holz als Energielieferant
Potsdam (pte012/10.05.2000/11:00)
Der Bestand an Biomasse auf der Landfläche der Erde beträgt etwa zwei Billionen Tonnen. Darin ist soviel Sonnenenergie gespeichert wie beim Verbrennen von rund 1.000 Mrd. Tonnen Steinkohle entstehen würde. Der größte Teil dieser Biomasse ist Holz. Es wird derzeit vorwiegend in den Entwicklungsländern verbrannt und deckt zehn bis 15 Prozent des Gesamt-Weltenergieverbrauchs. Der Energieträger wird aber zunehmend auch für hochentwickelte Industrieländer interessant. Schnellwachsende Bäume von Energieplantagen liefern einen umweltfreundlichen und preiswerten Brennstoff, der in High-Tech-Feuerungsanlagen schadstoffarm verbrannt werden kann.Nach Angaben der Technischen Fachhochschule Berlin und auch der TU Braunschweig könnte in der Bundesrepublik durch Energieplantagen auf landwirtschaftlichen Überschussflächen jährlich eine Primärenergiemenge von 3,55 bis 12,38 Mio. Tonnen Steinkohleneinheiten gewonnen werden. Dies entspricht ein bis drei Prozent des Gesamtbedarfs. Die Europäische Union http://www.uni-konstanz.de/ZE/Bib/EDZ/www/eu.htm hat das Ziel weit höher gesteckt: Bis zum Jahr 2010 sollen 8,5 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus Biomasse - vornehmlich Holz - gewonnen werden. Der Grund: Biomasse gehört zu den umweltfreundlichen regenerativen Energieträgern, deren Verbrennung die Kohlendioxid-Bilanz der Atmosphäre nicht beeinträchtigt.
Das nahe der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam gelegene Institut für Agrartechnik Bornim (ATB). http://www.atb-potsdam.de ist eine der wenigen Forschungseinrichtungen in Deutschland, an denen schnellwachsende Hölzer für Energieplantagen gezüchtet und untersucht werden. Dort testen Biotechnologen auf einer vier Hektar großen Energieplantage seit 1994 die verschiedensten Pflanzen. Klarer Favorit ist die Pappel. http://www.goldhausen.de/scharfe/holz/art_pa.htm Entsprechende Energieplantagen liefern etwa doppelt soviel Holz wie normale Wälder. Die leistungsfähigsten Pappelsorten sind nach Untersuchungen des Biozentrums der Universität Würzburg Kreuzungen aus Schwarzpappeln und Balsampappeln. Ein Hektar Pappeln von einer Energieplantage liefert jährlich etwa die Energie von 3.000 bis 4.000 Liter Erdöl. Damit ist es möglich, ein bis zwei Einfamilienhäuser das ganze Jahr über mit Heizung und Warmwasser zu versorgen. (LifeScience) (Ende)
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