Energiemolekül Acetat stärkt das Gedächtnis
US-Wissenschaftler suchen nach Laborversuchen nun eine Waffe gegen Demenz und Alzheimer
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Acetat: Energiemolekül hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge (Bild: Christophe, pixabay.com) |
St. Louis/Rochester (pte002/02.03.2026/06:00)
Acetat ist nicht nur ein wichtiges Stoffwechselprodukt, das im Körper gebildet wird und als Energielieferant dient. Künstlich zugeführt stärkt es auch das Langzeitgedächtnis. Das haben Forscher der Washington University School of Medicine und der University of Rochester bei Tests mit Mäusen festgestellt. Bei männlichen Tieren war das Präparat allerdings weitgehend wirkungslos. Darauf aufbauend wird nun an neuen Therapien gearbeitet.
Stoffwechsel entscheidend
Die Forscher haben nach einem direkten Zusammenhang zwischen Stoffwechsel und Gedächtnis gesucht, insbesondere danach, wie die vom Körper verwendeten Brennstoffe wie Acetat die Funktionsweise der Gehirnzellen verändern. Sie injizierten erwachsenen männlichen und weiblichen Mäusen Acetat, um zu beobachten, wie es vom Blutkreislauf zum Gehirn gelangt und dort Verhaltensänderungen hervorruft. Eine Kontrollgruppe erhielt eine Kochsalzlösung.
Anschließend mussten sich die Mäuse merken, ob ein Objekt verschoben worden war. Ihre Leistung maßen die Forscher anhand der Zeit, die sie mit der Erkundung verbrachten. Objekte, deren Standort sich verändert hatte, konnten weibliche Mäuse, denen Acetat verabreicht worden war, schneller finden als männliche oder die Tiere aus der Kontrollgruppe, was darauf hindeutet, dass sich ihr Gehirn deutlich besser daran erinnern konnte, wo sich die Objekte zuvor befunden hatten.
Aktivierung der Gene fürs Lernen
Um zu verstehen, was im weiblichen Gehirn vor sich geht, hat das Team den dorsalen Hippocampus untersucht. Das ist eine für das Gedächtnis wichtige Region. Sie haben dabei entdeckt, dass Acetat dort eine chemische Veränderung auslöst. Dadurch nimmt die Aktivität der Gene zu, die am Lernen beteiligt sind, sagen die Wissenschaftler.
"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Behandlung mit Acetat ein vielversprechender, nicht-invasiver Ansatz zur Verbesserung des Gedächtnisses sein könnte, insbesondere bei Frauen, die überproportional häufig von altersbedingtem kognitivem Verfall und Alzheimer betroffen sind", berichten die Forscher in "Science Signaling".
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