pte20000518013 in Leben
Elektroschock-Therapie wirkt bei Depressionen
Je höher die Dosis, desto besser die Wirkung
Winston-Salem/USA (pte013/18.05.2000/11:00)
"Je mehr, desto besser", so lautet das Fazit einer US-Studie zur Elektroschock-Therapie gegen Depressionen. Allerdings bewirke die höhere Dosis des Schocks auch einen stärkeren Gedächtnisverlust, so der Bericht in den Archives of General Psychiatry, einem Fachblatt der American Medical Association. http://www.ama-assn.org/Die Therapie-Variante wird langem bei Patienten eingesetzt, die unter so genannten "massiven depressiven Episoden" leiden bzw. bei denen Medikamente nicht greifen. Unter Narkose werden Elektroden an die Schläfen gehalten, die einen leichten Krampfanfall auslösen und im Hirn für die Ausschüttung von Botenstoffen sorgen sollen. Traditionell werden an beide Schläfen Elektroden angelegt, seit einigen Jahren jedoch experimentieren Mediziner mit nur einseitiger Behandlung, um eventuelle Nebeneffekte zu mindern. Da die Wirkung gegen Depressionen dabei allerdings geringer ist, untersuchte die aktuelle Studie den Effekt einer höheren Dosis bei einseitiger Therapie. http://www.eurekalert.org/releases/wfuh-hdo050900.html
Die Forscher des Wake Forest University Baptist Medical Center http://www.wfubmc.edu/ und zweier anderer Zentren verglichen Patienten, die eine moderate, auf die Person ausgerichtete Schockdosis erhielten, mit den Empfängern einer immer gleichen, höheren Dosis. Die Elektroden wurden jeweils an der rechten Kopfseite befestigt, die Behandlung umfasste sechs bis zehn Anwendungen über mehrere Wochen. Zwei Drittel der 72 Patienten, die die hohe Dosis erhielten, erfuhren eine Besserung ihrer Depression, so die Forscher. Bei der Vergleichsgruppe waren es nur rund 39 Prozent. Bei neun Personen allerdings schlug die Behandlung überhaupt nicht an, sie wurden wieder mit der traditionellen, beidseitigen Schocktherapie behandelt.
"Der Unterschied in der antidepressiven Wirkung der beiden Gruppen hat praktische Bedeutung", erklärt W. Vaughn McCall, Associate-Professor für Psychiatrie und Leiter der Studie. Zwar habe unter den Hochdosis-Patienten gut ein Drittel vorübergehende Gedächtnisstörungen gehabt, verglichen mit nur rund sieben Prozent der Vergleichsgruppe. Dabei seien auch eigene Erlebnisse der vergangenen Wochen und Monate vergessen worden. Doch sei der Effekt gegen die Depression größer als die Wirkung auf die Erinnerung, so McCall: "Wir diskutieren die Gedächtniseffekte mit den Patienten routinemäßig vor der Behandlung, und die meisten Patienten halten es für einen akzeptablen Tausch gegen die Chance, von ihrer Depression erleichtert zu werden." Informationen: Robert Conn, Jim Steele, Mark Wright or Karen Richardson, E-Mail: rconn@wfubmc.edu , jsteele@wfubmc.edu , mwright@wfubmc.edu (wsa/EurekAlert) (Ende)
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