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pte20000522006 in Leben

Elektronenstrahl-Computertomographie weist Herzgefäßerkrankungen nach

Hochempfindliches Nachweisverfahren für beginnende koronare Herzkrankheiten


Berlin (pte006/22.05.2000/11:00)

Bei Empfängern eines Herztransplantates entwickelt sich fast regelhaft innerhalb von Jahren eine Herzkranzgefäßerkrankung. Möglicherweise ist sie Ausdruck chronischer Abstoßungsreaktionen. Einiges spricht auch dafür, dass die immunsuppressiven Medikamente, die der Empfänger lebenslang einnehmen muss, zu Bluthochdruck führen, was letztlich die Kranzgefäße schädigt. Schließlich ist auch denkbar, dass das Spenderorgan, besonders wenn es von einem älteren Menschen stammt (was zunehmend der Fall ist) bereits eine beginnende koronare Herzkrankheit in sich trägt, die sich im Körper des Empfängers verstärkt. Transplantierte Patienten empfinden jedoch nicht die üblichen Warnsymptome (Schmerzen und Gefühl der Enge im Brustkorb, Angina pectoris), da das transplantierte Organ schmerzunempfindlich ist.

Mit Hilfe der üblichen diagnostischen Verfahren (EKG, Szintigraphie oder Echographie) ist es nicht möglich, frühzeitig und damit behandelbar Veränderungen an der Innenschicht der Herzkranzgefäße (so genannte Proliferationen der Intima) zu erkennen. Deshalb werden Patienten nach Herztransplantationen in den meisten herzchirurgischen Zentren etwa einmal im Jahr mittels Herzkatheter untersucht. Dabei wird eine Gefäßdarstellung (Angiographie) und eventuell auch eine intrakoronare Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Diese Verfahren sind für den Patienten belastend und außerdem personal- und kostenintensiv.

Jetzt konnte die "Strahlenklinik" der Berliner Charité http://www.ukrv.de/mediamed/ in Zusammenarbeit mit dem "Deutschen Herzzentrum Berlin" nachweisen, dass das nicht-invasive Verfahren der "Elektronenstrahl-Computer-Tomographie"(EBT) die Nachuntersuchungen mit dem Herzkatheter vielfach entbehrlich machen kann. Die EBT ist ein Schnittbildverfahren, das Kalkeinlagerungen als sicheres Zeichen einer Gefäßerkrankung quantitativ misst, woraus auf die Schwere der Erkrankung geschlossen werden kann. Der Test dauert etwa 45 Sekunden und liefert zwischen 20 und 40 Schnittbilder des Herzens.

Die Studie zeigte zum einen, dass, entgegen früherer Annahme, auch für Koronarerkrankungen an transplantierten Herzen Kalkablagerungen nicht ungewöhnlich sind. Weiter machte das Verfahren deutlich, dass die EBT eine Verengung der Kranzgefäße mit 99 Prozent Wahrscheinlichkeit ausschließen kann und Einengungen auf mehr als die Hälfte der normalen Gefäßweite mit einer Wahrscheinlichkeit von 94 Prozent erkennt. Unsicher bleibt die Methode für die wenigen Fälle, bei denen es zu Verdickungen der Gefäßwände kommt, ohne dass sich Kalk einlagert. Hier ist die intrakoronare Ultraschalluntersuchung aussagefähiger.

Die EBT kann daher schnell, nicht-invasiv und preisgünstig als Suchmethode für jene Patientendienen zum Einsatz kommen, die Verengungen höheren Grades mit Verkalkungen haben. Das Deutsche Herzzentrum Berlin nutzt die EBT daher inzwischen routinemäßig zur Überwachung seiner Empfänger von Herztransplantaten. Informationen: Dr. med. Silvia Schattenfroh, E-Mail: silvia.schattenfroh@charite.de (idw) (Ende)
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