pte20000229031 in Forschung
Elektrobranche warnt vor Chip-Knappheit
Weltweites Wachstum von 34% prognostiziert
München (pte031/29.02.2000/17:27)
Am Halbleitermarkt drohen in diesem Jahr die Chips knapp zu werden. Davor warnte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) http://www.zvei.de/ Dienstag in München. Vor allem der Handy-Boom beflügele die Branche, erklärte Wolfgang Hofmann, Marktforscher der Halbleiter-Gruppe. Der europäische Chipmarkt werde mit einem Plus von voraussichtlich 36% schneller wachsen als die Märkte in den USA und Japan.Für den Weltmarkt werde mit einem Wachstum um 34% auf 2,53 Billionen Schilling gerechnet. Europa dürfte auf einen Marktanteil von 21% kommen. Davor rangieren die USA als der größte Chipmarkt mit 30% und Südostasien mit voraussichtlich 26%. Mit der steigenden Nachfrage zeichne sich auch eine Stabilisierung oder sogar ein Anziehen der Preise ab. Nach dem Einbruch am Halbleitermarkt 1998 war bereits im vergangenen Jahr eine starke Belebung der Chip-Nachfrage eingetreten. Nach Einschätzung Hofmanns werden sich die Chip-Engpässe trotz weltweit neuer Produktionsstätten im laufenden Jahr erheblich verstärken und auch noch 2001 andauern.
Die Auslastung der Chip-und Wafer-Fabriken - letztere stellen Siliziumscheiben für die Chipproduktion her - nähere sich im ersten Quartal 96 bis 98%. "Das ist eine Kapazitätsauslastung wie in der allergrößten Boomphase", erklärte der Chipexperte. "Überall werden zuvor zurückgestellte Investitionen aus den Schubladen geholt." Eine Erleichterung der angespannten Lieferlage bringe dies wegen der langen Anlaufzeiten jedoch noch nicht. Angesichts der starken Marktschwankungen in der Vergangenheit würden zumindest die ganz großen Chipfabriken, deren Errichtung mehrere Milliarden Schilling kostet, auch zögerlicher verwirklicht.
Unter den Anwenderbranchen steige die Chip-Nachfrage der Telekommunikationsindustrie auf Grund des anhaltenden Mobilfunk-Booms heuer am stärksten. Für die Datentechnik, vom Volumen her der größte Chip-Abnehmer, werde mit einem Plus von 25% gerechnet. In der Kfz-Elektronik, die nach zwei wachstumsstarken Jahren eine langsamere Gangart einschlage, liege der erwartete Zuwachs bei 15%. Ein noch stärkeres Plus von 18% dürfte es in der Industrielektronik geben, da diese Sparte ihre Nachfrage nach integrierten Schaltkreisen für Chipkarten erheblich steigere. Die künftigen Wachstumsmärkte liegen laut Hofmann dort, wo die Hersteller in Europa besonders stark sind: in den digitalen Medien, Mobilfunkgeräten, in der Automobilelektronik, der Netztechnik und den Chipkarten. (Ende)
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