pte20000610005 in Forschung
E-Nase checkt Luft im Space-Shuttle
Elektronische Nase soll Gefahren eher schnuppern als der Mensch
Pasadena/Kalifornien (pte005/10.06.2000/11:00)
Die elektronische Nase (E-Nase) http://www2.jpl.nasa.gov/files/images/browse/enose.gif soll an Bord eines Raumschiffes erschnuppern, wo etwas faul ist. Das Gerät des Jet Propulsion Laboratory der NASA (JPL) http://www.jpl.nasa.gov und des California Institute of Technology (Caltech) http://www.caltech.edu/ soll für die Astronauten die Lunte riechen. Nach einem erfolgreichen Space-Shuttle-Flug sind die Forscher dabei, das Gerät noch kleiner und genauer zu machen. "Raummannschaften sind sehr, sehr beschäftigt. Alles, was die Anforderungen automatisieren kann und das Raumschiff sicherer machen kann, ist extrem erwünscht", sagt die E-Nasen-Forscherin der NASA Amy Ryan.In einem Raumschiff gibt es nur eine begrenzte Menge Luft. Deshalb ist es um so wichtiger, gefährliche Gase früh zu erkennen. Die Astronauten können das nicht immer, denn schon eine simple Erkältung oder schlichte Ermüdung kann das körpereigene Messgerät Nase außer Gefecht setzen. Deshalb setzt die NASA auf die E-Nase. Das Gerät überprüft mit Polymerfilmen die Luft. Bis zu 32 Folien werden auf ein 10 mal 25,4 Millimeter großes Keramiksubstrat aufgebracht und melden Veränderungen ihrer Leitfähigkeit. Die Kombination unterschiedlicher Filme ermöglicht es, verschiedene Substanzen in der Luft zu schnuppern.
Das 1,4 Kilogramm schwere und 18,5 mal 11,5 mal 12 Zentimeter große Gerät an Bord des Space Shuttle war auf immerhin zehn gängige Gase getrimmt. "Wir hätten natürlich gerne ausprobiert, ob alle zehn erkannt werden, aber zum Glück für die Crew wurde auf dem Flug keines entdeckt", sagt Ryan zu dem Erfolg der Mission. Das lag nicht an dem Gerät, sondern daran, dass nichts ausgetreten war. Dieses Ergebnis belegten Luftproben, die mit das Shuttle mit zurück auf die Erde brachten. Das nächste Ziel der NASA ist es, die Nase noch kleiner zu machen und mehr Gase erkennen zu können.
Aber nicht nur giftige Gase kann die E-Nase riechen. Auch Brände riecht sie wesentlich früher als der Mensch. Weitere Anwendungen für die E-Nase der NASA: Als Detektor für Landminen, als Frühwarnsystem für chemische Fabriken oder zur Prüfung, ob die Ernte reif ist, könnte das Gerät auf der Erde Dienst tun. Und nicht zuletzt könnte es an menschlichen Ausdünstungen Krankheiten erschnuppern. (wsa) (Ende)
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