pte20000620039 in Leben
Dresdner Forscher entwickeln implantierbares Hörgerät
Neues Gerät soll Gehörlosen zu normalen Leben verhelfen
Dresden (pte039/20.06.2000/15:24)
Wissenschaftler des Dresdner Uniklinikums haben den Prototypen eines implantierbaren Mikrofons für Hörgeschädigte entwickelt. Damit könnte Gehörlose ein normales Leben ermöglicht werden. Das fünf Millimeter kleine technische Wunderwerk soll völlig im Mittelohr des Patienten verschwinden.Unter der Leitung des Professors Karl-Bernd Hüttenbrink sowie Ärzten und Ingenieuren der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik http://www.tu-dresden.de/medkhno/fortb.htm ist es in zweijähriger Forschungsarbeit gelungen, den Prototyp des implantierbaren Mikrofons zu entwickeln. "Während in der Medizintechnik die Mikroelektronik und die Akku-Entwicklung rasante Fortschritte machen, ist man bei Hörgeräten bisher am implantierbaren Mikrofon gescheitert", so Hüttenbrink.
"Wir wissen, dass die technische Seite funktioniert", so der Arzt. Das Mini-Mikrofon nutzt das natürliche Hörorgan auf praktische Weise. "Das Ohr empfängt vom leisesten Ton bis zur lautesten Diskomusik ein breites Schallspektrum. Das ist technisch nicht simulierbar. Wir nutzen jedoch die Mikrotechnik der Natur und integrieren sie in das System", so Gert Hofmann, Ingenieur des Projektes. Das Mikrofon wird mit Hilfe einer einfachen Operation an den Amboss der Gehörknöchelchenkette angekoppelt. Die mechanischen Schwingungen der Gehörknöchelchen werden in elektrische Signale umgewandelt. Als natürliche Mikrofonmembran dient das Trommelfell.
"Der springende Punkt der Erfindung ist die weiche Ankopplung des Sensors, die verhindert, dass atmosphärische Luftdruckschwankungen zu Verzerrungen oder Hörverlusten führen", so Hofmann. Voraussetzung für den Erfolg ist die Suche nach einem bioverträglichen Material für das Mini-Gerät. Die Wissenschaftler rechnen jedoch damit, in spätestens zwei Jahren das erste Mikrofon, das die natürlichen Hörfunktionen nutzt, zu implantieren. Mit dem in Dresden entwickelten Gerät könnten die heute üblichen Hörgeräte, die zum Teil am Außenohr befestigt werden müssen, ersetzt werden.
Wie die "Dresdner Neuesten Nachrichten" http://www.dnn-online.de heute, Donnerstag, berichteten, haben die Ärzte und Ingenieure für ihre bahnbrechende Neuentwicklung den vom deutschen Bundesforschungsministerium ausgeschriebenen Förderpreis für Medizintechnik von 350.000 DM erhalten. Mit dem Preisgeld soll das Gerät jetzt bis zur Praxisreife entwickelt werden. (Ende)
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