pts20000509037 in Leben
Dr. Franz Fischler ist Schirmherr von "Keep in touch"
EU-Kommissar unterstützt PRVA-Initiative
Wien (pts037/09.05.2000/15:26)
Originalbeitrag von Dr. Franz Fischler:"Die inakzeptablen Boykottmaßnahmen und die harten Sanktionen unserer europäischen Partnerstaaten wegen der Regierungsbeteiligung der FPÖ sind in Österreich auf großes Unverständnis gestoßen. Viele Österreicher fragen sich mit dem kürzlich verstorbenen Altbundespräsident Rudolf Kirchschläger, wie es denn möglich sei, dass Österreich im Ausland so wenige Freunde hat.
Die oft gehörte Rechtfertigung, dass anderswo mindestens ebenso oft Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zum Vorschein kämen wie in Österreich, geht am Kern der Sache vorbei. Genau genommen ist sie sogar Teil des Problems. Es ist kontraproduktiv, zu versuchen, eigene Versäumnisse mit denen anderer Länder aufzurechnen. Österreich kann und soll seiner Geschichte nicht entkommen, sondern muss sich ihr stellen. Der deutsche Politiker Klaus von Dohnanyi hat es einmal sehr eindrücklich dargestellt, als er meinte: "Wer versucht, Geschichte abzuschütteln, der wird von ihren Trümmern erschlagen." - Die derzeitige Situation in Österreich ist eine gute Illustration für die Richtigkeit seiner Worte
Ich begrüße daher die Initiative 'Keep in Touch' des Public Relations Verbandes Austria (PRVA), die es sich zum Ziel gesetzt hat, mithilfe einer Internet-Site zu einem offeneren Umgang mit unserer Geschichte beizutragen. Ich bin davon überzeugt, dass wir sehr wohl aus der Geschichte lernen können: Wenn man die Geschichte des Holocausts kennt, wird man nämlich eher begreifen, warum es nicht angehen kann, mit fremdenfeindlichen Parolen auf Stimmenfang zu gehen. Und nur die Geschichte des Dritten Reiches macht uns deutlich, warum eine gesamteuropäische Kooperation so wichtig ist.
Die Initiative 'Keep in Touch' soll aber nicht nur die Geschichtsvermittlung in Österreich selbst unterstützen. Auch im Ausland macht man sich von unserer Geschichte und Gegenwart oft ein falsches Bild. Österreich hat mehr Facetten als nur Walzerseligkeit einerseits und Mauthausen andererseits. Ich hoffe daher, dass 'Keep in Touch' dazu beiträgt, auch in unseren europäischen Partnerstaaten und in der ganzen Welt ein differenzierteres Bild unseres Landes zu vermitteln.
Was mir aber neben der Vermittlung eines differenzierten Bildes von Österreich ebenso wichtig erscheint, ist die Unterstützung des Dialogs mit unseren Nachbarn und Partnerstaaten in Europa. Persönliches Kennerlernen durch Reisen, Schüler- und Studentenaustausch ist zweifellos unersetzlich, weshalb die EU zahlreiche Austauschprogramme durchführt. Darüber hinaus steht uns aber mit dem Internet ein ausgezeichnetes Medium zur Verfügung, um auch von zuhause aus mit Menschen aus ganz Europa und aller Welt in Kontakt zu treten. Ich hoffe daher, dass die Website 'Keep in Touch' zu einem Fenster Österreichs zur Welt wird, das von möglichst vielen Menschen zum Gedankenaustausch genützt wird.
Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der PRVA, welche nicht nur die Idee zu dieser Initiative hatten, sondern diese auch verwirklichten, sowie den zahlreichen anerkannten Experten, die ihre Beiträge zur Verfügung gestellt haben. Der Website 'Keep in Touch' wünsche ich viel Erfolg und den Besuchern viele neue Erkenntnisse und spannende Diskussionen." (Ende)
| Aussender: | ikp |
| Ansprechpartner: | PRVA / Beate Steiner, Tel. +43 / 1 /60109-9620 |
| Website: | www.ikp.at |
