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pte20000429005 in Leben

DNA-Chip-Labor hilft bei Krebsforschung

Wissenschaftler aus Essen wollen mit Biochips forschen


Essen (pte005/29.04.2000/11:00)

Am Essener Universitätsklinikum soll jetzt ein DNA-Chip-Labor entstehen, das zur Krebsforschung verwendet werden soll. Auch wird es bei der Bestimmung von Tumoren und vererbten Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden. http://www.uni-essen.de/pressestelle/

Entscheidende Fortschritte bei der Diagnose und Therapie von Erkrankungen, aber auch Impulse für Nanotechnologie und Bioinformatik versprechen sich Wissenschaftler in aller Welt derzeit von einem Chip, der dem Computerchip nachempfunden ist, aber nicht mit elektronischen Schaltern, sondern mit natürlichem Material bestückt ist: Auf einem fingernagelgroßen Glasscheibchen sind mehrere tausend Erbgut-"Schnipsel", Gene also, aufgetragen. Das ist der Bio-Chip oder der DNA-Chip, wie ihn im Institut für Molekulare Zellbiologie des Essener Universitätsklinikums Professor Dr. Tarik Möröy lieber benannt hört, der den Aufbau eines DNA-Chip-Labors als zentrale Einrichtung des Klinikums anstrebt.

Dort sollen künftig spezielle kleine DNA-Chips eingesetzt werden, die die Klassifizierung eines bestimmten Tumors aber auch die Analyse der genetischen Prädisposition für Herz-Kreislauferkrankungen erlauben. Die Wissenschaftler setzen die DNA-Chip-Technologie modellhaft bei vier Experimenten ein: Metastasierung des Aderhautmelanoms, Entstehung von lymphoiden Tumoren, Zustandekommen einer bestimmten genetischen Prädisposition sowie Entstehung einer Hepatitis-B-Virusinfektion.

Diese vier Beispiele wurden wegen ihrer klinischen Bedeutung gewählt, aber auch, weil hier Probenmaterial von hoher Reinheit und Vergleichbarkeit vorliegt. Die bioinformatische Auswertung der bei den Experimenten gewonnenen Daten übernimmt das Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Dazu werden Verfahren zur Muster-Erkennung und Klassifikation DNA-Chip basierter Daten zur Verfügung gestellt.

Statistische Methoden sollen helfen, aus repräsentativen Genen oder Gengruppen dieselben Aussagen zu ermitteln wie aus den zunächst eingesetzten - kostspieligen - Chips der Firma Affymetrix mit 6.500 bis 35.000 Genen. Im Idealfall wollen die Essener Wissenschaftler mit 50 bis 100 Genen auf einem Chip auskommen. Diese können dann in hoher Stückzahl von einer Biotech-Firma hergestellt werden. (Uni Essen) (Ende)
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