pte20260108012 in Forschung

Digital Detox fördert Wohlbefinden zwei Stunden

Effekt verpufft laut neuer Studie schnell - Kein Einfluss auf das Stressempfinden nachgewiesen


Alicia Gilbert: Digital Detox hält meistens nur wenige Stunden (Foto: Alicia Ernst, uni-mainz.de)
Alicia Gilbert: Digital Detox hält meistens nur wenige Stunden (Foto: Alicia Ernst, uni-mainz.de)

Mainz/Erlangen/Nürnberg (pte012/08.01.2026/11:30)

Wer häufiger offline ist als üblich, ist besser gelaunt, fühlt sich energetischer und anderen stärker verbunden. Zu dem Schluss kommen Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Keine Nachhaltigkeit

Ein nachhaltiger Effekt von Online-Pausen ist aber nicht zu erwarten, betonen die Fachleute. "Diese Zusammenhänge sind recht klein und verpuffen nach zwei bis drei Stunden", heißt es in der Studie.

"Und einen Zusammenhang zwischen 'Digital Disconnection' und dem Stressempfinden konnten wir nicht feststellen", so JGU-Forscherin Alicia Gilbert. Jedoch sei das Studien-Design wichtig.

237 Nutzer begleitet

Die Experten haben beobachtet, wie vor allem junge Menschen Digital Disconnection in ihrem Alltag bereits anwenden und wie sich dies in konkreter Weise auf deren Wohlbefinden auswirkt.

Dazu haben sie die Teilnehmer zwei Wochen lang mehrmals täglich nach Digital-Disconnection-Handlungen sowie dem persönlichen Befinden befragt. 237 Personen zwischen 18 und 29 Jahren nahmen an der Studie teil.

Zu den Strategien, die die Forscher abgefragt haben, gehören die komplette Abstinenz etwa von Social Media sowie kleinere Ansätze wie das Stummschalten von Benachrichtigungen oder das zeitweise Einschalten des Flugmodus.

Parallele Weiternutzung

"Es zeigte sich, dass die Teilnehmer vielfach auch in Situationen, in denen sie angaben, von einem digitalen Medium zu disconnecten, andere digitale Medien weiterhin nutzten - etwa wenn sie das Smartphone weglegten, aber gerade am Laptop arbeiteten", berichtet Gilbert.

Wie stark der positive Zusammenhang mit der Stimmung war, hängt laut der Studie außerdem mit dem Grund für die Abstinenz zusammen. Fuße die Digital Disconnection auf eigener Wahl oder werde als solche wahrgenommen, sei der Benefit für das Wohlempfinden höher. Druck sei kontraproduktiv.

(Ende)
Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-313
E-Mail: fuegemann@pressetext.com
Website: www.pressetext.com
|