pts20010406002 in Leben
Die Anti-Allergie-Spritze
Am Wiener AKH wird weltweit erster Allergie-Impfstof entwickelt
Wien (pts002/06.04.2001/08:00)
Der Wiener Biomediziner Prof. Rudolf Valenta hat am Wiener AKH den weltweit ersten Allergie-Impfstoff entwickelt. Im Unterschied zur bisher gebräuchlichen Immuntherapie durch Hyposensibilisierung soll die neue Impfung frei von potenziell tödlichen Nebenwirkungen sein."Bei den heute noch üblichen Spritzenkuren gegen Allergien kann es zu wirklich wüsten Nebenwirkungen kommen", beschreibt Prof. Rudolf Valenta ein Problem, das in der Öffentlichkeit immer noch zuwenig bekannt zu sein scheint. Nicht anders ist es zu erklären, dass sich Jahr für Jahr tausende Allergiker einer mühsamen Spritzenkur zum Zweck einer sogenannten Hyposensibilisierung unterziehen und damit das Risiko schwerer Nebenwirkungen eingehen. Denn bei dieser Form der Immuntherapie werden Extrakte von Allergen-Mixturen injiziert, die in der Blutbahn eine Kaskade von Reaktionen und im schlimmsten Fall einen tödlichen anaphylaktischen Schock verursachen können. "Das kommt leider immer wieder vor", sagt Professor Valenta. "In England ist diese Therapie daher bereits allgemein verpönt." Denn das Nebenwirkungsrisiko der Hyposensibilisierungstherapie liegt laut Valenta deutlich über 30 Prozent.
Obwohl selbst kein Allergiker, reizte es den Biomediziner, eine der größten Herausforderungen der modernen Medizin anzunehmen. Denn gut ein Viertel aller Europäer leiden an Allergien und ihren Folgeerkrankungen, und bis heute stehen zur Behandlung außer den verschiedenen Symptomtherapien eben nur die umstrittene Hyposensibilisierung zur Verfügung. Das soll nun bald anders werden. Denn derzeit absolvieren die ersten 120 Freiwilligen eine Testreihe mit einem von Prof. Valenta und seinem Team entwickelten Impfstoff gegen Birkenpollenallergene. Für den Herbst werden die ersten Ergebnisse erwartet. Der Trick des Biomediziners: Die allergieauslösenden Eiweißkörper wurden im Labor gentechnisch nachgebaut und in zwei Teile zerschnitten. Werden sie anschließend einem Allergiker injiziert, lösen sie eine harmlose Immunantwort aus, durch die der Allergie-Mechanismus blockiert wird.
Dieses Wirkungsprinzip der rekombinanten Allergene lässt sich in weiterer Folge auf alle Proteine anwenden, die als Allergieauslöser bekannt sind. Sollte es bei den aktuellen Testreihen keine unerwarteten Zwischenfälle geben, wird eine Impfung gegen die Birkenpollenallergie spätestens in zwei Jahren marktreif sein, und die Impfstoffe gegen weitere Allergene werden in kurzen Abständen nachfolgen. Prof. Valenta und sein Team sind aber zumindest gedanklich schon einen Schritt weiter. Ihr nächstes Forschungsziel ist die Entwicklung einer vorbeugenden Schutzimpfung für Kleinkinder, die ein für allemal mit dem Problem der Allergien Schluss machen sollte.
Das ausführliche Interview mit Prof. Rudolf Valenta lesen Sie im Internet unter www.mymed.cc.
(Veröffentlichung dieses Artikels bei Quellenangabe honorarfrei) (Ende)
| Aussender: | mymed |
| Ansprechpartner: | Peter Seipel |
| Tel.: | 0043/1/205 50 02 - 241 |
| E-Mail: | redaktion@mymed.cc |
| Website: | www.mymed.cc |
