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pte20000510015 in Leben

Diagnose-Test für CJD und BSE entwickelt

Hochempfindliche Methode zum Nachweis von Prionerkrankungen


Göttingen (pte015/10.05.2000/11:15)

Wissenschaftler der Universität Göttingen http://www.uni-goettingen.de entwickelten ein neuartiges hochempfindliches Verfahren zum Nachweis von Prionen, den Erregern der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) und der BSE. Mit dieser Methode können einzelne Erregerpartikel in Körperflüssigkeiten direkt sichtbar gemacht werden. So konnten erstmals Prionen in der Rückenmarksflüssigkeit von CJD-Patienten nachgewiesen werden. Derzeit wird diese Technik zu einem routinemäßig einsetzbaren diagnostischen Test weiterentwickelt.

Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen und BSE bei Rindern gehören zu einer Gruppe übertragbarer, stets tödlich verlaufender Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Sie werden durch ungewöhnliche Erreger ausgelöst, so genannte Prionen. Prionen besitzen kein nachweisbares Erbgut. Sie bestehen aus einer krankhaften, verklumpten Form eines bestimmten körpereigenen Eiweißes, des Prionproteins. Zur Sicherung der Diagnose wird bisher zumeist der Nachweis krankhafter Prionprotein-Ablagerungen im Gehirngewebe herangezogen, geeignete Tests zum Nachweis von Prionen am lebenden Menschen oder Tier fehlen jedoch.

Das neue Verfahren ermöglicht den direkten Nachweis von Prionen in der für diagnostische Untersuchungen leicht zugänglichen Rückenmarksflüssigkeit (Liquor). Das Testverfahren beruht auf einem Messaufbau zur konfokalen Zweifarben-Fluoreszenz-Kreuzkorrelations-Spektroskopie. Dieser Messaufbau ermöglicht nach Anregung mit einem in ein kleines Messvolumen gebündelten Laserstrahl den Nachweis einzelner mit Fluoreszenzfarbstoffen markierter Moleküle.

Den Göttinger Wissenschaftlern gelang es mit Hilfe von spezifischen Antikörpersonden, Prionpartikel im Liquor mit Fluoreszenzfarbstoffen zu markieren. Die einzelnen markierten Partikel konnten dann hochempfindlich mittels eines wie ein Suchscheinwerfer durch die Probe geführten Laserstrahls aufgespürt werden (scanning for intensely fluorescent targets, SIFT). Die Nachweisempfindlichkeit dieses Verfahrens war dabei herkömmlichen Nachweisverfahren wie der "Western Blot"-Analyse deutlich überlegen.

Dieser erregerspezifische Test kann damit in Zukunft die Grundlage eines schnellen und empfindlichen klinischen Tests für CJD und andere Prionkrankheiten bilden. Da sich die Technik auch zum Nachweis anderer krankheitsassoziierter Eiweißpartikel einsetzen lässt, könnte sie zudem auch zur frühen Diagnose anderer Krankheiten wie der Alzheimer-Krankheit dienen. Informationen: Dr. Jan Bieschke, Abteilung Biochemische Kinetik, Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, E-Mail: jbiesch@gwdg.de Dr. Armin Giese, Institut für Neuropathologie, Universität Göttingen, E-Mail: agiese@med.uni-goettingen.de Prof. Dr. Hans Kretzschmar, Abteilung für Neuropathologie, Universität München, E-Mail: Hans.Kretzschmar@inp.med.uni-muenchen.de (idw) (Ende)
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