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pts20101119010 in Leben

Deutsche und Polen - Vom Gegeneinander zum Miteinander

Ergebnisse aktueller Bevölkerungs-Umfragen der IMAS-Institute


Respektvolles und harmonisches Verhältnis zwischen Polen und Deutschen
Respektvolles und harmonisches Verhältnis zwischen Polen und Deutschen

München (pts010/19.11.2010/10:00)

Die wirtschaftliche Verkettung mag in ihrer Deutlichkeit zunächst etwas verblüffen, an den Fakten gibt es aber nichts zu rütteln: Polen steht als Handelspartner der Bundesrepublik im weltweiten Vergleich an der eindrucksvollen zehnten Stelle. Umgekehrt nimmt Deutschland für Polen als Exportmarkt sogar den Spitzenplatz ein. Abgesehen von der Handelsstatistik hat Polen für seinen westlichen Nachbarstaat auch als Standort für Betriebe eine sehr große Bedeutung.

Wie wirkt sich ein so intensiver wirtschaftlicher Austausch auf die Gefühlsbeziehungen beider Nationen aus? Dieser Frage sind die deutschen und polnischen Institute der IMAS - Gruppe nachgegangen, indem sie sich bei repräsentativen Querschnitten beider Länder nach den mentalen Grundpositionen zueinander erkundigten. Der Ergebnisvergleich lässt ganz allgemein auf ein sehr respektvolles und harmonisches Verhältnis zwischen Polen und Deutschen schließen, das von historischen Vorbehalten weitgehend frei ist.

Bevorzugte Partnerländer der Polen
92 Prozent der Polen halten möglichst enge und gute Beziehungen zur Bundesrepublik für wichtig (53% sehr wichtig, weitere 39% ziemlich wichtig). Dies bedeutet eine nahezu totale Befürwortung der wirtschaftlichen und politischen Nähe zu Deutschland. Erst nach beträchtlichem Abstand folgen die Empfehlungen der polnischen Bevölkerung zu enger Zusammenarbeit mit Russland, England, Ukraine, Tschechien, Frankreich, den Baltischen Staaten, der Slowakei und Schweden.

Bevorzugte Partnerländer der Deutschen
Die Vermutung liegt nahe, dass die eingangs erwähnte wirtschaftliche Bedeutung Deutschlands für Polen dort zugleich ein Hauptmotiv für den extrem starken Wunsch nach enger Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik darstellt. Auch für die deutsche Bevölkerung spielen beim gegenständlichen Problem wirtschaftliche Überlegungen sicherlich eine sehr wichtige Rolle, darüber hinaus wird in den Antworten der Bundesbürger aber auch ein politisches Kalkül spürbar.

Fest steht, dass die Deutschen (mit insgesamt 84 Prozent ihrer Stimmen) in erster Linie eine möglichst enge Kooperation mit Frankreich sowie mit England (78 Prozent), dem sprach- und kulturverwandten südlichen Nachbarn Österreich (76 Prozent) und Russland (68 Prozent) wünschen. Ähnliche Ausprägungen haben überdies die Empfehlungen der Deutschen für die Zusammenarbeit mit Holland und Italien, nicht mehr ganz so groß sind sie in Bezug auf die nicht zur EU zählende Schweiz und auf Dänemark.

Ins Auge sticht jedenfalls, dass im Wunschkatalog der Deutschen mit Ausnahme Russlands fast ausschließlich westeuropäische Industrieländer die Spitzenränge besetzen. Umso bemerkenswerter ist es, dass sich das Interesse der Deutschen im Kreis der übrigen Staaten in erster Linie Polen zuwendet. Mit insgesamt 58 Prozent an Hinweisen erhält Polen von den Deutschen nicht nur den Vorzug gegenüber allen anderen ehemaligen Ostblockländern sondern liegt ganz knapp auch vor Belgien (mit 55 Prozent).

Die gegenseitige Einschätzung der deutsch-polnischen Beziehungen
Ein Charakteristikum der Deutschen besteht darin, dass sie, - gewissermaßen aus der Perspektive eines wirtschaftlichen Zentralgestirns - die Zwanghaftigkeit einer Zusammenarbeit mit anderen Ländern nicht ganz so massiv betonen, wie es die Polen tun.

Die offenkundig geringere gedankliche Beschäftigung der Deutschen mit dem Stellenwert von Kooperationen erklärt möglicherweise auch eine geringere Urteilsfähigkeit über den Stand von zwischenstaatlichen Beziehungen. Dazu kommt natürlich, dass die Deutschen bei der Frage nach dem Zustand des deutsch - polnischen Verhältnisses angesichts des geschichtlichen Hintergrunds nicht nur die eigene Auffassung, sondern im Grunde auch die der Polen in Betracht ziehen müssen. Tatsache ist, dass sich gegenwärtig fast zwei Fünftel der Deutschen außerstande sehen, die Situation einzuschätzen.

Unter denen, die ein konkretes Urteil wagen, überwiegt im Verhältnis von 33:28 Prozent die Überzeugung, dass die Beziehungen zu Polen gut und harmonisch sind.
Erheblich leichter tun sich die Polen mit dem Problem und ihre Antwort ist von erlesener Klarheit: 73 Prozent der polnischen Bevölkerung halten die Beziehungen ihres Landes zur Bundesrepublik für problemlos und gut, lediglich für 18 Prozent ist sie konfliktreich und gespannt.

Was sich hier als eine spröde Zahl niederschlägt, gewinnt an Strahlkraft und Bedeutung, sobald man den Befund in eine Beziehung zur geschichtlichen Entwicklung stellt, die beiden Völkern spätestens seit Tannenberg (1410) eine lange Abfolge von Kriegen und Leiden bescherte.
Man erinnere sich, dass Polen nicht nur im Zweiten Weltkrieg Unrecht geschah, sondern, dass es Epochen davor (durch deutsches Zutun an den drei Teilungen) für 123 Jahre von der politischen Landkarte praktisch verschwunden war. Das preußische Territorium reichte zu jener Zeit bis Warschau und zum Bug.

Demgegenüber steht freilich auch die Bitterkeit, die die Deutschen nach 1945 durch den Verlust Schlesiens, Ostpreußens und Pommerns sowie durch die Vertreibung der eigenen Bevölkerung aus diesen Gebieten empfanden. Als Folge davon war die Anerkennung der Oder-Neiße- Linie jahrzehntelang ein beherrschendes Element der Bonner Politik und zugleich ein zentrales Problem des Kalten Krieges.

Unter all diesen Umständen markiert die vom IMAS durchgeführte Meinungsinventur eine völlig neue Situation und einen Zustand, der eine ungemein günstige Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarn darstellt.

Besuchsaustausch zwischen Deutschland und Polen
Ziemlich ungleich ist auf den ersten Blick die Besuchsfrequenz zwischen den Bewohnern der beiden zentraleuropäischen Länder. Fazit: 63 Prozent der Polen waren schon ein- oder mehrmals in der Bundesrepublik, aber eine vergleichsweise kleine Zahl von 43 Prozent der Deutschen besitzt umgekehrt eine persönliche Kenntnis von Polen. Bei näherer Betrachtung dieser Umfragebefunde stellt sich allerdings heraus, dass die praktische Erfahrung der Deutschen mit Polen vor allem davon abhängt, wo man in der Bundesrepublik beheimatet ist. Von den Bewohnern Ostdeutschlands konnten nämlich insgesamt 77 Prozent von persönlichen Aufenthalten in Polen berichten, von der westdeutschen Bevölkerung hingegen nur 36 Prozent, also kaum halb so Viele.

Es liegt auf der Hand, dass die ungleich größere Polen-Erfahrung der Ostdeutschen sowohl mit der Topografie, als auch mit der politischen Architektur Europas vor der Liberalisierung des Ostblocks zusammenhängt.
Ein besonders wirksames Rezept zum Abbau noch bestehender Barrieren zwischen den beiden Teilen des ehemals gespaltenen Europas ist zweifellos die Intensivierung der persönlichen Kontakte und damit die Erhöhung des Verständnisses für den jeweils anderen Bereich.

Wie hoch der Sympathiegewinn von gegenseitigen Kontakten ist, lässt sich unschwer durch die Korrelation von Antworten belegen. Demgemäß beurteilen Deutsche, die Polen persönlich besucht haben, die Beziehungen der beiden Länder zu 45 Prozent als gut und harmonisch, die Nicht- Kenner Polens tun dies hingegen nur zu 24 Prozent. Typisch für die Nicht - Kenner ist zwar nicht eine Gegnerschaft Polens, wohl aber eine Urteilsschwäche hinsichtlich der Qualität der bilateralen Beziehungen.

Der beschriebene Mechanismus funktioniert auch umgekehrt: Polen, die bereits einmal oder mehrmals in Deutschland waren, beurteilen die zwischenstaatlichen Beziehungen mit 76 Prozent ihrer Stimmen (noch) vorteilhafter als es die Nicht-Kenner (mit 69 Prozent) ohnehin schon tun.

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