Deutsche PR-Texte sind nur noch Kauderwelsch
WORTLIGA-Analyse von 3.235 Mitteilungen - Mehr als die Hälfte versinkt in der Mittelmäßigkeit
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Wütender Schreiber: Verständlich Kommunizieren ist gar nicht so einfach (Foto: janrye, pixabay.com) |
München (pte023/28.01.2026/12:30)
Schachtelsätze, Fachchinesisch, Nominalstil: Nur etwa jeder dritte deutsche PR-Text ist verständlich und damit lesbar. Dagegen sind 55 Prozent der Mitteilungen nur mittelmäßig verständlich und fast zwölf Prozent fallen in den kritischen Bereich von unter 40 Punkten. Zu dem Schluss kommt eine Analyse des Textanalyse-Tool-Spezialisten WORTLIGA.
"Distanzierung zum Leser"
"Wir beobachten eine große Kluft. Besonders in sensiblen Bereichen wie der Gesundheit, Finanzen oder bei Krisenthemen verstecken sich Absender - vielleicht auch ungewollt - hinter Schachtelsätzen und Nominalstil. Autoren nutzen Sprache hier als Instrument zur Distanzierung, statt als Brücke zum Leser", kommentiert WORTLIGA-Chef Gidon Wagner.
Die Experten haben 3.235 Pressetexte auf Herz und Nieren analysiert. Während Texte zum Thema Unterhaltung mit 63,8 Punkten am klarsten sind, schneiden die Mitteilungen von Krankenhäusern mit nur 36,4 Punkten am schlechtesten ab. Gerade dort, wo Vertrauen besonders wichtig ist, verwenden Autoren oft umständliche Passivsätze, heißt es.
Spitäler schreiben schlecht
"Ein Lesbarkeits-Wert von 36,4 bei Pressetexten von Krankenhäusern ist ein Zeichen für sehr schlechte Kommunikation. Leser und Journalisten brauchen klare Fakten statt langer und komplizierter Sätze", unterstreicht Kommunikationsexperte Wagner. Die Daten würden widerlegen, dass komplexe Themen komplizierte Texte erforderten.
Auch trockene Themen wie "Kraftstoffpreise" landen in der Studie im Spitzenfeld. Auffällig ist jedoch: Je unangenehmer die Nachricht - zum Beispiel Insolvenzen betreffend - desto länger und bürokratischer werden die Sätze. Das geht laut den Studienautoren zum Schaden der Transparenz, des Vertrauens und der Reichweite bei Redaktionen.
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