pte20000531009 in Forschung
Computerprogramme für Hüftoperationen entwickelt
Stereoskopisches Röntgen bei der Hüftendoprothetik
Worms (pte009/31.05.2000/11:00)
Im Rahmen eines Projekts zur Verbesserung der Hüftgelenksoperationen arbeitet die Technologietransferstelle der FH Worms http://ttrip.fh-worms.de/ daran, eine räumliche Ansicht der Hüfte bei deutlich verringertem Strahlenrisiko für den Patienten möglich zu machen. Dabei werden nur zwei Röntgenaufnahmen der Hüfte aus unterschiedlichen Perspektiven gebraucht. Die dahinter stehende Idee ist dem menschlichen Sehen nachempfunden.Rheuma, Arthrose oder ein Unfall: die Ursachen, die eine Hüftgelenksoperation notwendig machen können, sind vielfältig. Die einzige Lösung besteht in vielen Fällen darin, ein künstliches Hüftgelenk einzusetzen. Das Ziel ist dabei eine möglichst patientenschonende Operation, d.h. ein möglichst kleiner Eingriff mit möglichst kleinen "Schnitten". Ein kleiner Schnitt aber gibt dem Operateur ein nur kleines "Fenster", durch das er sich die Hüfte ansehen kann. Er braucht aber die genauen Abmessungen und die genaue Lage des Gelenks, um ein passendes künstliches Gelenk auswählen und einsetzen zu können.
Aus diesem Grunde werden bei diesen Hüftgelenksoperationen neben den normalen Röntgenbildern auch viele Computertomografie-Aufnahmen gemacht, die die notwendige räumliche Ansicht der Hüfte ermöglichen. Der Nachteil: die Strahlenbelastung des Patienten in der Hüftregion ist durch die CT-Aufnahmen relativ hoch, eine Schädigung der Erbinformationen ist somit nicht auszuschließen. Dieser Nachteil ist um so besorgniserregender, da das Alter der Hüftgelenkspatienten zunehmend sinkt, und somit gerade junge Frauen einer großen Gefahr ausgesetzt sind.
Die Technologietransferstelle der FH Worms entwickelt derzeit Computerprogramme, die diese Rolle des Gehirns übernehmen sollen, um aus zwei Röntgenaufnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven eine räumliche Ansicht zu erstellen. Damit wäre es dann möglich, die hohe Strahlenbelastung einer Computertomografie durch die vergleichsweise geringe von nur zwei Röntgenaufnahmen zu ersetzen: ein weiterer Schritt zu einer patientenschonenden Methode bei der Hüftgelenksprothetik. Die hierbei gewonnen Erfahrungen lassen sich auch auf andere Bereiche der medizinischen Diagnostik übertragen. (idw) (Ende)
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