pte20000309032 in Leben
Chemikalie Biphenol stört Fortpflanzungsfähigkeit
Schon geringe Mengen wirken wie Sexualhormon
Köln (pte032/09.03.2000/16:03)
Biphenol-A, eine der wichtigsten Industriechemikalien, wirkt schon in Millionstel Gramm hormonell und beeinträchtigt die Fortpflanzungsfähigkeit von Lebewesen. Das berichtete am Mittwoch der Deutschlandfunk in Köln. Der Sender bezieht sich dabei auf zwei neue Studien aus dem Internationalen Hochschulinstitut in Zittau http://www.htw-zittau.de und dem Berliner Universitätsklinikum Benjamin Franklin http://www.medizin.fu-berlin.de . So ist es bei Ratten bereits bei niedriger Dosis zu Störungen der Sexualentwicklung gekommen.Biphenol-A zählt mit einer Produktionsmenge von fast 200.000 Tonnen im Jahr zu den 50 wichtigsten Industriechemikalien in Deutschland. Eingesetzt wird es bei der Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen. "Die Chemikalie ist ein Zwischenprodukt und steckt auch in PVC-Produkten, Thermopapier, Bremsflüssigkeit und Autoreifen. Der Mensch kommt damit über die Innenbeschichtung von Konservendosen oder Kunststoff-Zahnfüllungen in Berührung", erklärte der Chemie-Experte Herwig Schuster von Greenpeace Österreich http://www.greenpeace.at gegenüber pressetext.austria.
Die chemische Industrie bestreitet, dass der Stoff schon in niedriger Konzentration hormonell wirkt und auch dem Menschen schaden kann. Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte US-Studie war zum Ergebnis gekommen, dass Biphenol-A Einfluss auf die körperliche Entwicklung von Mäusen hat. Es lasse Jungtiere schneller wachsen und führe bei Weibchen zu einem früheren Einsetzen der Pubertät, berichtet Frederick vom Saal von der University of Missouri in Columbia http://www.missouri.edu .Die Substanz sei den Tieren in Konzentrationen verabreicht worden, wie sie auch in der Umwelt vorkommen.
"Es gibt viele hormonell wirkende Umweltgifte. Ein sehr gefährlicher Stoff ist auch das in Österreich verbotene Tri-Butyl-Zinn, das auch TBT genannt wird. Diese organische Zinnverbindung wird zum Beispiel für Schiffsanstriche verwendet. In der Nordsee wurden Meeresschnecken, die mit dem Stoff in Berührung kamen, zu Zwittern", so Schuster. Auch die Dioxine zählen zu den hormonell-wirkenden Chemikalien. Dioxine sind darüber hinaus auch noch hochgradig krebserregend.(ww) (Ende)
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