Chemiefabriken verwenden künftig altes Brot
Wissenschaftler der University of Edinburgh nutzen Bakterien, um fossile Rohstoffe zu ersetzen
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Altes Brot: dient in neuem Verfahren als wertvoller Rohstoff (Foto: Miguel Muñoz Hierro/pixabay.com) |
Edinburgh (pte004/03.03.2026/06:15)
Forscher am Wallace Lab der University of Edinburgh nutzen altes Brot für den Betrieb bakterieller Fabriken, die Ausgangsstoffe für Kosmetika und Medikamente produzieren. Diese verwenden die natürliche Fähigkeit des Bakteriums Escherichia coli, während der Fermentation Wasserstoffgas zu produzieren. Dazu brauchen sie Zucker oder stärkehaltige Grundstoffe wie altbackenes Brot.
Vorliebe für Naan-Brot
Um den Wasserstoff mit anderen Molekülen zu verbinden und die kosmetischen und medikamentösen Wirkstoffe herzustellen, braucht es einen Reaktionsbeschleuniger, einen Katalysator. Dieser enthält das Edelmetall Palladium. Es klammert sich an den Bakterien fest, sodass der Wasserstoff nicht entweicht, sondern zur Reaktion mit anderen Molekülen gezwungen wird.
Die Bakterien stehen vor allem auf Naan-Brot, ein indisches Fladenbrot, auch wenn sie andere Backwaren keineswegs verschmähen. Damit gefüttert, produzierten sie genug Wasserstoff, um Reaktionen mit einer Effizienz von fast 99 Prozent anzutreiben. Das Team hat somit bewiesen, dass Lebensmittelabfälle als Rohstoff für hochwertige Chemikalien dienen können.
Nylon und Haarspülungen
Bei ihren Experimenten haben die Forscher mehrere wertvolle Verbindungen hergestellt: zum Beispiel Adipinsäure, die zur Produktion von Nylon verwendet wird; Behensäure, die in Kosmetika und Haarspülungen Verwendung findet, weil sie eine wasserabweisende Schicht bildet; und Himbeerketon, ein Molekül, das sich zur Aromatisierung von Lebensmitteln nutzen lässt. Normalerweise sind zur Herstellung dieser Moleküle fossile Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas nötig.
Mithilfe einer Lebenszyklusanalyse haben die Wissenschaftler festgestellt, dass dieses Verfahren zur Abfallverwertung den in Stärke und Zucker enthaltenen Kohlenstoff längerfristig bindet, etwa in Form von Nylon. Damit trägt es nicht nur dazu bei, durch den Verzicht auf fossile Rohstoffe den Klimawandel aufzuhalten. Es ist in bestimmten Fällen sogar kohlenstoffnegativ, entlastet die Umwelt also vom Klimagas CO2.
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