pte19990429019 in Forschung
Broukal sagt Regierung als Y2K-Beauftragter ab
Bruckmann, Kotauczek oder Ruttenstorfer als chancenreiche Alternativen
Wien (pte) (pte019/29.04.1999/22:24)
ORF-Moderator Josef Broukal wird für die Bundesregierung nicht als Jahr 2000-Beauftragter zur Verfügung stehen. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat Broukal (der übrigens zu den ersten und eifrigsten Lesern von pressetext.austria zählt - seit 1997), dem Kanzler definitiv eine Absage erteilt. Anlaß für den Rückzieher waren Forderungen aus den Reihen von ÖVP und FPÖ, den Moderator deshalb aus der politischen Berichterstattung abzuziehen."Alles was in diesem Land mißverstanden werden kann, wird mißverstanden", so der beliebte Moderator gegenüber der ORF-Futurezone. "Alles was denunziert werden kann, wird denunziert. Broukal zur Frage, ob es nicht ohnehin viel zu spät gewesen wäre, das Jahr 2000 Problem Ende April 1999 anzugehen: "Meine Hauptaufgabe wäre ja gewesen, die Nachzügler unter den Firmen zu motivieren." Ob und wer diese Aufgabe für die Bundesregierung jetzt erfüllen wird, war vorerst nicht zu erfahren.
Broukal hat Bundeskanzler Viktor Klima vorgeschlagen, an seiner Stelle dem früheren ÖVP-Abgeordneten und "Hochrechner der Nation", Gerhart Bruckmann (67), die Funktion des "Jahr 2000-Beauftragten" anzubieten. Mit diesem Vorschlag hofft Broukal, auch jene ÖVP-Kuratoren zufriedenzustellen, die in den letzten Tagen - trotz der Zustimmung der ÖVP in der Regierung - Kritik an seiner Bestellung geübt haben.
Als chancenreiche Kandidaten wurden Donnerstag nachmittag auch der stimmgewaltige Chef des Softwarehauses BEKO und Präsident des Österreichischen Software Verbandes, Ing. Peter Kotauczek, und Finanz-Staatssekretär Wolfgang Ruttenstorfer genannt, der in jüngster Zeit eine Kampagne für die Modernisierung der Öffentlichen Verwaltung ins Leben gerufen hat.
Zur Kritik von FPÖ-Generalsekretär Peter Westenthaler an seiner Bestellung meinte Broukal, er habe längst aufgehört, den Versuch zu unternehmen, die Ausführungen Westenthalers verstehen zu wollen. Er nehme daher "Westenthaler zur Kenntnis wie das Wetter". Seine Absage begründete Broukal auch damit, daß er auf sein Ansehen beim Fernsehpublikum Rücksicht nehmen müsse. Er sei auch nicht bereit, ständige Versuche hinzunehmen, seine journalistische Arbeit beim ORF "scheibchenweise" einzuengen. (depesche/ws) (Ende)
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