pte20000512027 in Leben
Bio-Kautschuk aus dem Herzen Amazoniens
Mousepads als Alternative zur Abholzung
Amazonien/Brasilien (pte027/12.05.2000/12:58)
Anlässlich des Besuches des Greenpeace-Schiffes "Amazon Guardian" am mittleren Rio Juruá, einem Nebenfluss des Amazonas, wurde ein umweltfreundliches Mousepad aus 100 Prozent natürlichem Amazonas-Kautschuk präsentiert. Das Mousepad ist das Ergebnis eines Pilot-Projektes zum Testen und Fördern neuer Alternativ-Produkte aus dem Regenwald. Das Projekt wurde von der Umweltschutzorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.at ins Leben gerufen.Projektpartner ist neben brasilianischen Kautschukzapfern von Carauari auch die Universität von Brasilia http://www.unb.br . Das neue technische Verfahren zur Kautschukverarbeitung "Tecbor" verwendet anstelle des schädlichen Räucherns eine harmlose Säure. "Bei der neuen Methode werden sowohl Gesundheit als auch die Umwelt geschont", sagte Floriano Pastore von der Universität in Brasilia. Pastore ist der Erfinder von Tecbor. Der Prozess liefert hochwertige Gummiplatten, die ohne Weiterverarbeitung und Zwischenhändler direkt an die Abnehmer verkauft werden können.
Das System lässt mehr Wertschöpfung in den Amazonas-Gemeinden zurück. Im ersten Jahr des Pilotprojektes wurden in Carauari kleine, familiengerechte Tecbor-Anlagen installiert und 40 Familien im Umgang mit dem neuen Prozess ausgebildet. Der Ort liegt im Mittel-Juruá-Sammelreservat, einem Gebiet so groß wie Vorarlberg, in dem theoretisch nur schonende Nutzung des Regenwaldes erlaubt ist.
Greenpeace hat diese Region ausgewählt, weil sie heute am Wendepunkt steht: "Wenn es nicht gelingen sollte, lokal angepasste, nachhaltige Waldprodukte auch gewinnbringend zu
vermarkten, werden sich auch hier im Herzen Amazoniens großindustrielle Holzprojekte etablieren. Erste Anzeichen für diese Entwicklung sind mit dem Auftauchen des malaysischen Holzkonzerns WTK bereits zu erkennen", sagte Wolfgang Pekny, Amazonasexperte von Greenpeace Österreich zu pressetext.austria. "Dieses Projekt soll den Menschen zeigen, dass auch intakter Wald ein gutes Einkommen garantiert", so Pekny.
Auch seitens der brasilianischen Kautschukzapfer-Gewerkschaft CNS wird die Vorbildwirkung des Projektes betont. Besonders wichtig neben dem bescheidenen Einkommen für die Familien ist das wiedergewonnene Selbstvertrauen der Gemeinden, das durch die Kautschukflaute des letzten Jahrzehntes stark gelitten hatte. Bisher konnten etwa zwei Tonnen Öko-Gummi erzeugt und zu Mouse-Pads verarbeitet werden. "Das Ziel ist es, weitere Abnehmer zu finden und damit Tausenden Familien ein nachhaltiges Einkommen zu gewährleisten", so Pekny. (Ende)
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