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pte20000316030 in Leben

Berliner Museum für Kommunikation öffnet seine Tore

Briefmarken-Legende "Blaue Mauritius" ist eine Prunkstück der Sammlung


Berlin (pte030/16.03.2000/16:13)

Morgen, Freitag, wird in Berlin das neue Museum für Kommunikation vom deutschen Bundespräsident Johannes Rau eröffnet. http://www.museumsstiftung.de/berlin.html Unter Leitung des Stuttgarter Architektenbüros HG Merz wurde das Haus für fast 500 Mio. Schilling vier Jahre lang generalsaniert und zeigt jetzt mehr als 3.000 Exponate.

Vom Rauchzeichen bis zum E-Mail wird dort über vier Etagen die Geschichte der Post und Telekommunikation erzählt. Neben der modernen Computertechnik werden auch alte Postkutschen und Briefkästen aus aller Welt gezeigt. Drei sprechende Roboter begrüßen die Besucher im neuen Museum. "Komm-Rein!", "Also-Gut!" und "Mach-Was!" heißen die fast mannshohen Wesen, die durch die prächtige Vorhalle des ehemaligen Reichspostmuseums gleiten.

Die mit Köpfen aus alten Staubsaugern, Haartrocknern und Waagen ausgestatteten Roboter erklären am Eingang freundlich den Weg durch das Museum, berichten über die Geschichte des Hauses oder animieren ihr Gegenüber einfach zum Ball spielen. "Das Museum soll zur Kommunikation anstiften und nicht nur Geschichte aufarbeiten", sagt Museumsdirektor Joachim Kallinich. Zielgruppe des Hauses sind vor allem Kinder und Jugendliche. "Heute lernen die Erwachsenen von den Kindern den Umgang mit den neuen Medien." Für den Praxis-Test stehen im Museum genügend Computer-Terminals bereit. Aber auch künstliche Rauchzeichen, eines der ältesten Kommunikationsmittel, können die Besucher geben.

Die Schätze des Museums liegen in einem abgedunkelten Saal im Keller: 17 philatelistische Raritäten sind dort ausgestellt. Eines der kostbarsten Stücke ist die vom Museum bereits 1903 angekaufte Blaue Mauritius, die einen Wert von rund 24 Mio. Schilling hat. Auch das erste deutsche Telefon, 1863 von Philipp Reis entwickelt, ist in einer der beleuchteten Vitrine zu bestaunen. Das Museum bietet auch einen Einblick in die Arbeit der Nachrichtendienste und ihre Verschlüsselungstechniken. Original-Briefkästen aus dem alten Preußen, Siegel, Morse-Apparate, die ersten Telefongeräte, Kameras, Fernschreiber und Fax-Geräte bieten einen Einblick in die Entwicklung der Kommunikation.

1872 wurde das Postmuseum vom damaligen Generalpostmeister Heinrich von Stephan gegründet, 1898 wurde das neu erbaute Museumsgebäude an der Leipziger Straße eröffnet. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Museum schwer beschädigt. An den Säulen im Eingangsbereich sind die Einschusslöcher noch heute zu sehen. Bis zur Wende gab es zwei getrennte Postmuseen in Ost- und Westberlin.

Das Museum für Kommunikation versteht sich ausdrücklich nicht als Post-Firmenmuseum. Zusammen mit den Postmuseen in Frankfurt am Main, Hamburg und Nürnberg gehört das Berliner Haus unter das Dach einer Museumsstiftung mit Sitz in Bonn. Träger der Stiftung sind die Deutsche Post AG und die Deutsche Telekom. Für Besucher ist das Haus ab Samstag offen. (Ende)
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