Bei Öltankerunfällen rücken bald "Delfine" aus
Innovativer Sammler der RMIT University nutzt grobporiges Material und soll kommerzialisiert werden
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Prototyp des innovativen Ölsammlers der RMIT University (Foto: Peter Clarke, rmit.edu.au) |
Melbourne (pte003/11.03.2026/06:10)
Forscher der RMIT University lassen bei Tankerunglücken auf See künftig künstliche Delfine zum Auffangen des Erdöls ausschwärmen und dieses zu einer Sammelstation bringen. Der geschickte Robo-Schwimmer existiert vorerst lediglich als Prototyp, der gerade einmal so groß ist wie ein Herrenschuh ist. Für echte Einsätze denken die Entwickler an Roboter, die so groß sind wie echte Delfine.
Wasserabweisender Schwamm
Das kleine Modell ist laut den Entwicklern bereits voll funktionsfähig. An der Vorderseite befindet sich ein Einlass, durch den das Öl, das meist mit Wasser vermischt ist, angesaugt wird. Gleich dahinter befindet sich ein grobporiges Material, das Öl leicht aufnimmt. Von der Geometrie her könnte es erst recht Wasser ansaugen, das in noch viel feinere Poren passt. Doch die Forscher haben eine unüberwindbare Hürde eingebaut.
Das verwendete Filtermaterial ist mit einer höchst wirksamen wasserabweisenden Schicht bedeckt. Wassertropfen prallen daran ab wie von einem Wellblechdach. Das hat zum einen den Vorteil, dass sich das Öl direkt zur Raffinerie bringen lässt, wenn es aus dem Filtermaterial herausgeschleudert worden ist. Zum anderen wird die Tankkapazität optimal ausgenutzt, weil kein Wasser Platz wegnimmt.
Fremdkörperanteil fünf Prozent
"Im Gegensatz zu manchen heutigen Ölsammeltechniken verzichten wir auf aggressive, gefährliche Chemikalien", sagt RMIT-Entwickler Ataur Rahman. In Tests habe der Mini-Delfin zwei Milliliter Öl pro Minute mit einer Reinheit von mehr als 95 Prozent eingesaugt. Der Filter hat dabei tatsächlich das weitaus meiste Wasser abgefangen.
Ein Roboter in der geplanten Größe würde ein Vielfaches dieser Menge aufnehmen können. Er soll autonom agieren oder mit einem Hilfsschiff verbunden werden, das Strom für den Antrieb und die Pumpe liefert. Da würde das Volumen für die Ölaufnahme deutlich erhöhen. Die RMIT University sucht jetzt einen industriellen Partner, um die Kommerzialisierung voranzutreiben.
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