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pte20000410013 in Leben

Bakterien-Zellwände liefern Tuberkulose-Impfstoff

Mechanismen der körpereigenen Abwehr werden genutzt


Erlangen-Nürnberg (pte013/10.04.2000/11:00)

An der Universität Erlangen-Nürnberg am Institut für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene (Direktor: Prof. Dr. Martin Röllinghoff) http://www.uni-erlangen.de/docs/FAU/fakultaet/med/klimi/mikrobio.html wird
der Versuch unternommen, das menschliche Immunsystem für den Kampf mit Tuberkeln zu schulen. Den Weg zur Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs weisen Mechanismen der körpereigenen Abwehr, die auf Bestandteile der Bakterien-Zellwand ansprechen.

Dass die Ausrottung der Tuberkulose im Gegensatz zu anderen klassischen Infektionskrankheiten bisher nicht gelungen ist, hat mehrere Ursachen. Zum einen gibt es keine Schutzimpfung, die eine Infektion mit Tuberkelbakterien zuverlässig verhindert. Zum anderen ist die Therapie sehr aufwendig und muss monatelang mit mehreren nebenwirkungsreichen Medikamenten durchgeführt werden. Eine zusätzliche Bedrohung stellt die zunehmende Anzahl von Stämmen dar, die resistent gegen Antibiotika sind. Diese Situation hat die Europäische Union veranlasst, ein Programm ins Leben zu rufen, das gezielt die Entwicklung neuer Impfstoffe gegen die Tuberkulose fördert. Das jetzt angelaufene Projekt vereinigt Biochemiker, Genetiker, Mikrobiologen und Immunologen aus ganz Europa.

In bereits abgeschlossenen Arbeiten an der Universität von Los Angeles konnte Dr. Stenger einen neuen Abwehrmechanismus des menschlichen Immunsystems charakterisieren, mit dessen Hilfe die Bakterien, die die Tuberkulose verursachen, wirksam bekämpft werden können. Körpereigene Abwehrzellen erkennen demnach Teile der bakteriellen Zellwand und setzen dann Botenstoffe frei, die die Tuberkel abtöten.

Gelingt es nun, diejenigen Bestandteile der Bakterien aufzureinigen, die diesen Mechanismus in Gang setzen, könnte daraus eine Impfung entwickelt werden. Ein Erfolg des Projekts könnte nicht nur bei der Entwicklung vom Impfstoffen gegen die Tuberkulose einen Durchbruch bedeuten, sondern auch richtungsweisend für die Bekämpfung weiterer bedrohlicher Infektionserreger sein. Informationen: Dr. Steffen Stenger Institut für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene, E-Mail: steffen.stenger@mikobio.med.uni-erlangen.de (idw) (Ende)
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