pte20000208025 in Leben
Bakterien am Meeresgrund als Energiequelle
Kleinstlebewesen am Boden der Ozeane liefern elektrischen Strom
Washington (pte025/08.02.2000/15:20)
Bakterien am Meeresboden könnten in der Zukunft als Energielieferanten dienen. Nach einer entsprechenden technischen Entwicklung könnte es ausreichen, zwei Elektroden wie bei einem Stecker einfach in den Meeresboden zu stöpseln. Im Moment läßt sich zwar kein Motor damit antreiben, aber für eine Leuchtdiode und einen kleinen Sensor reiche die Spannung, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .Die Energielieferanten sind zwei verschiedene Arten von Bakterien, die je nach Umgebung einen anderen Stoffwechsel haben. Die Organismen zersetzen auf dem Meeresboden organisches Material. Das gelinge der einen Bakterien-Art nur unmittelbar über dem Meeresboden, da wenige Zentimeter unter dem Boden der dazu nötige Sauerstoff fehlt. Die andere Art der Organismen muss daher auf Nitrate und Sulfate zurückgreifen, um zu überleben.
Jede einzelne dieser Reaktionen erzeugt ein elektrisches Potenzial. Wenn beiden Potenziale miteinander elektrisch verbunden werden, baut sich eine Spannung auf und es fließt Strom. Diesen nutzen nun Clare Reimers von der Oregon State University http://www.uoregon.edu und Leonard Tender vom Marinen Forschungszentrum in Washington, um eine kleine Leuchtdiode zum Glimmen zu bringen. Dazu stecken sie einen negativen Pol zu den Lebewesen im Meeresboden. Der positive Pol wurde direkt auf den sandigen Grund zu den Sauerstoff verbrauchenden Bakterien gelegt.
In ersten Versuchen konnten die Wissenschaftler einen Bruchteil eines Watts pro Quadratmeter messen. Im nächsten Schritt sollen Taucher mehrere Stecker in den Sand stecken, um die Ausbeute auf ein Maximum zu steigern. Die Mikrobiologin Deborah Bronk von der Universität von Atlanta ist begeistert von diesem Biokraftwerk, denn die Mikroben zersetzen unermüdlich organisches Material, so dass diese Stromquelle auf unabsehbare Zeit zur Verfügung steht.
Begeistert scheint auch das amerikanische Verteidigungsministerium zu sein, denn es finanziert das gesamte Projekt. Der militärische Nutzen läge in einem ganzen Netzwerk von Mikrosonden, die am Meeresgrund befestigt, ohne Wartung jahrelang Bewegungen von Schiffen und U-Booten registrieren könnten. Steigern die Forscher die Stromleistung, wäre auch eine Versorgung entsprechender Sender möglich. (Ende)
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