pte20000613006 in Leben
Aussterben der Neandertaler auf einseitige Ernährung zurückzuführen
90 Prozent des Proteinbedarfs durch Fleisch abgedeckt
Oxford (pte006/13.06.2000/10:15)
Das Aussterben der Neandertaler könnte auf ihre einseitige Ernährung zurückzuführen sein. Zu diesem Ergebnis ist ein internationales Wissenschaftlerteam nach der Untersuchung von Knochenfunden aus der kroatischen Vindija Höhle gekommen. Die Analyse der 28.000 Jahre alten Knochen ergab, dass sich diese Neandertaler zu 90 Prozent von Fleisch ernährten. Diese reine Konzentration auf die Jagd könnte verhängnisvoll gewesen sein. Wurden Bison und Rotwild seltener, begann der Kampf ums Überleben. Die abwechslungsreichere Ernährung der frühen Menschen und ihre ausgefeilteren Jagdtechniken könnten ebenfalls zum Verschwinden der Neandertaler beigetragen haben. Die Forschungsergebnisse wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht. http://www.pnas.orgLaut Paul Pettitt von der Oxford University http://www.ox.ac.uk war das Team von der Frage ausgegangen, ob die Neandertaler das ganze Jahr jagten. Die Ernährung mit Pflanzen oder Fleisch hinterläßt verschiedene Signaturen in den Knochen von Lebewesen. Da Knochen langsam wachsen, gibt diese Signatur über einen Zeitraum von durchschnittlich zehn bis zwanzig Jahren Auskunft. Gemessen wurden die Verhältniszahlen der verschiedenen Kohlenstoff- und Stickstoffisotope in den Knochen. Diese Zahlen wurden mit jenen von Tieren an der Spitze (Bär) und am Ende der Ernährungskette (Bison) verglichen. Das Ergebnis beweise laut Fred Smith von der Northern Illinois University erstmals eindeutig, dass die europäischen Neandertaler hochqualifizierte Jäger waren, die sich fast nur von ihrer Beute ernährten. http://www.rlaha.ox.ac.uk/orau.html (bbcnews) (Ende)
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