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pte20000606009 in Leben

Auch das Gehirn kann das Gehör verlieren

Sinneszellen im Innenohr sterben ab


New York (pte009/06.06.2000/11:00)

Wenn ein alter Mensch trotz seines auf volle Lautstärke gestellten Hörgerätes Schwierigkeiten hat, einer Unterhaltung zu folgen, dann ist offenbar das Gehirn dabei, das Gehör zu verlieren. Zu diesem Schluss kommt, nach einer Untersuchung an Mäusen, der Neurowissenschaftler Joseph Walton von der University of Rochester School of Medicine and Dentistry in New York. http://www.urmc.rochester.edu/depts.html Seine These hat er auf einem Treffen der Acoustical Society of America in Atlanta vorgestellt. http://asa.aip.org/

Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) gehört zu den typischen chronischen Krankheiten älterer Menschen. Sie entsteht durch das allmähliche Absterben von Sinneszellen im Innenohr. Doch durch dieses Zellensterben kann nicht erklärt werden, warum manche ältere Menschen Schwierigkeiten mit der Verarbeitung gehörter Sprachlaute haben. Denn diese Verarbeitung hängt von der Wahrnehmung der millisekundenlangen Pausen zwischen dem Gemurmel der Vokale und dem Zischen der Konsonanten ab.

Walton und seine Kollegen untersuchten, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen, die Nervenzellen von Mäusen. Sie konzentrierten sich dabei auf die Region des Mittelhirns, das zur Verarbeitung von Klängen und Geräuschen beiträgt. Es zeigte sich, dass ältere Tiere nur noch die Hälfte der Gehirnzellen haben, die zur Wahrnehmung kurzer Pausen zwischen den Lauten notwendig sind. Die Wissenschaftler hoffen, dass Therapien entwickelt werden können, um dieses Problem zu bewältigen. Einstweilen helfe es aber, wenn in Gegenwart älterer Menschen nicht mehrere Leute durcheinander sprechen oder gleichzeitig andere Schallquellen wie Radio oder Fernsehen eingeschaltet sind. (wsa) (Ende)
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