pte20000414011 in Leben
Anti-Virus-Handschuh schützt vor vergiftetem Patientenblut
Tensid im doppelwandigem Handschuh killt Viren
Essen (pte011/14.04.2000/11:00)
Im Institut für Umweltanalytik der Universität Essen http://www.chemie.uni-essen.de/institute/wwwua/index.html ist ein Anti-Virus-Handschuh, der Chirurgen bei einer Verletzung vor vergiftetem Blut des Patienten schützt, entwickelt worden. In einer Pilotanlage in der Nähe von Paris wird der Handschuh hergestellt, in Krankenhäusern in Deutschland und Frankreich wird er zurzeit getestet. Die Wirkungsweise: Im Innern des doppelwandigen Handschuhs befindet sich ein Tensid, das Viren sofort tötet.Weltweit verletzt sich alle zwanzig Minuten ein Arzt selbst, wenn er eine Operationswunde näht. Die Gefahr einer Ansteckung durch verseuchtes Blut des Patienten, etwa mit AIDS- oder Hepatitis-Viren, ist also groß, waren Professor Heinz Rehage vom Institut für Umweltanalytik und der Chemiker Gerard Riess sicher, und relativ schnell konnten sie sich auch über das Prinzip verständigen, das einem schützenden Handschuh zu Grunde liegen müsste. "In einer Kautschukhülle", erzählt Rehage, "befindet sich eine dichte Lage flüssiger Tröpfchen, die ein virustötendes Tensid, ein Viruzid, enthält. Wenn sich ein Chirurg beim Nähen einer Wunde mit der Nadel verletzt, wird diese, wenn sie durch den Handschuh dringt, sofort desinfiziert, Viren im Blut des Patienten werden sicher abgetötet. Denn das Viruzid sprengt die Proteinhülle des Virus, der dann relativ schnell stirbt."
Partner bei der Entwicklung des Handschuhs waren neben der Goldschmidt AG in Essen die Firma Hutchinson bei Paris. Hutchinson hat auch bereits eine Pilotanlage errichtet, in der der Handschuh produziert wird, und es gibt einige Krankenhäuser in Deutschland und Frankreich, deren Ärzte das Produkt im Alltag intensiv testen. Bevor es in großem Maßstab eingesetzt werden kann, muss es als medizinisches Hilfsmittel aber noch etliche "Behördengänge" bestehen. Sie könnten, meint Rehage, etwa ein Jahr beanspruchen. Informationen: Monika Roegge, E-Mail: pressestelle@uni-essen.de (idw) (Ende)
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