pte20000810020 in Forschung
AMD veröffentlicht x86-64-Architektur für Sledgehammer
Erweiterung auf 64 Bit
Sunnyvale/Kalifornien (pte020/10.08.2000/11:45)
Der Prozessorenhersteller AMD lüftet mit der "AMD x86-64 Architecture Programmers Overview" http://neon.amd.com/news/prodpr/20145.html das Geheimnis des logischen Aufbaus und der Instruktionen seines für nächstes Jahr geplanten 64-Prozessors mit Codenamen Sledgehammer. Überraschenderweise wird die hauseigene Multimedia-Entwicklung 3Dnow! in der Dokumentation mit keiner Silbe erwähnt, wie das Online-Magazin heise berichtet. Auch nach der auf dem Microprocessor Forum 99 von Fred Weber angekündigten neuen Technical Floating Point Unit (TFP) als einer so genannten 3-Operanden-Maschine (wie etwa beim Itanium oder Power PC) wird man vergebens suchen.In den Bauplänen findet sich Intels 128-bittige Streaming SIMD Extension (SSE), die AMD von acht auf 16 Register erweitert hat (allerdings nur im 64-Bit-Betriebsmodus). Ob es sich dabei nur um das alte SSE des Pentium III oder um die erheblich verbesserte Fassung des Pentium 4 handelt, geht aus der Dokumentation nicht hervor. Letztere unterstützt die gleichzeitige Verarbeitung von zwei Gleitkommazahlen in doppelter Genauigkeit. Möglicherweise habe AMD das vorgesehene TFP-Konzept und auch 3Dnow! zugunsten von SSE aufgegeben, so heise.
Ansonsten hat AMD eine recht geschickte Erweiterung der Architektur auf 64 Bit vorgenommen, ähnlich der Erweiterung von 16 auf 32 Bit, die Intel seinerzeit beim 386 durchführte. Der Sledgehammer kann sowohl mittels 64-Bit-Modus in einem 64-Bit-Betriebssystem, 32-Bit-Modus (Compatibility Mode) in einem 64-Bit-Betriebssystem oder 32-Bit-Modus (Legacy Mode) in einem 32-Bit-Betriebssystem gefahren werden.
Im 64-Bit-Modus kennt der Prozessor neue Präfixe (REX), die die Registerbreite zwischen 8/16/32 Bit (z.B. AL, AX, EAX) oder 64 Bit (RAX) festlegen. Um hierfür kurze Ein-Byte-Präfixe nutzen zu können, hat AMD die Opcodes für Inkrement und Dekrement "missbraucht", die im x86-Instruction-Set zusätzlich auch als Zwei-Byte-Opcodes vorkommen. Weiterhin vergrößerte AMD die arg bescheidene Anzahl der x86-Register von acht auf 16 (Itanium hat 128).
Ohne 64-Bit-Betriebssystem (Windows 2000, Linux), etwa unter Windows 98, könne man von diesen erweiterten Möglichkeiten des Sledgehammer außer SSE nichts nutzen, so heise. Dennoch soll der Chip auch als 32-Bit-Maschine Spitzenperformance bringen, wohingegen der Itanium laut Intel bei 32-Bit-Software nur mittelmäßige Performance erzielt. (Ende)
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