pts20000314033 in Leben
AMD - Die unbekannte Krankheit
Neue Therapie für Betroffene
Wien (pts033/14.03.2000/15:14)
AMD (Altersbedingte Makula-Degeneration) ist in der westlichen Welt die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderung von Menschen über fünfzig. 25.000 ÖsterreichInnen leiden an AMD, pro Jahr erkranken weitere 2.000 - 3.000. Völlig neue Perspektiven ergeben sich durch die photodynamische Therapie.Bei der schwersten Form der Altersbedingten Makula-Degeneration, der feuchten AMD, bilden sich abnorme, wuchernde Blutgefäße mit Austritt von Flüssigkeit in der Makula, dem Zentrum des schärfsten Sehens. Der Betroffene verliert die zentrale Sehkraft, während das periphere Sehvermögen erhalten bleiben kann. Für die feuchte AMD gibt es nun erstmals eine erfolgversprechende medikamentöse Behandlungsmethode. Im Zuge einer zweistufigen, schmerzfreien und ambulanten Therapie kann das Sehvermögen der AMD-Erkrankten stabilisiert werden. "Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie der feuchten AMD ist aber die Früherkennung", unterstreicht Dr. Helga Azem, Bundesfachgruppenobfrau für Augenheilkunde und Optometrie in der Österreichischen Ärztekammer, die Wichtigkeit regelmäßiger Kontrollen durch den Augenarzt.
Die Photodynamische Therapie
Die Photodynamische Therapie mit "Verteporfin" (Produktname Visudyne(TM)) wurde von CIBA Vision, dem Augenpflegesektor von Novartis, entwickelt.
Der Photosensibilisator Verteporfin wird in einer Infusion intravenös 10 Minuten lang verabreicht. Fünf Minuten danach wird der Photosensibilisator durch einen nicht-thermischen Laser für die Dauer von ca. eineinhalb Minuten aktiviert.
AKH - erstes PDT-Studienzentrum in Europa
In Nord-Amerika und Europa laufen derzeit zwei große klinische Studien mit rund 1.000 Patienten mit der Photodynamischen Therapie und Verteporfin. Die Resultate nach 12 Monaten waren beeindruckend. Sie ergaben bei 60% der mit Verteporfin behandelten Patienten eine Stabilisierung des Sehvermögens und bei 16% sogar eine Verbesserung. Das Wiener AKH war die erste europäische Klinik, die sich an diesen Studien beteiligte. Unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Stur werden seit Dezember 1996 AMD Patienten mit der PDT mit Verteporfin behandelt. "Bei unseren Patienten am AKH konnte in einigen Fällen das Sehvermögen nicht nur stabilisiert sondern deutlich verbessert werden", berichtet Studienleiter Stur.
Die Photodynamischen Therapie in Österreich
Sieben österreichische Kliniken (Univ.-Klinik AKH Wien, KH Rudolfsstiftung, Univ.-Klinik Innsbruck, SMZO Wien, universitäres Lehrkrankenhaus Feldkirch, LKA Salzburg, KH Wels) behandeln derzeit mit der photodynamischen Therapie rund 200 Personen auf Basis des § 12 Arzneimittelgesetz. Dieser Paragraph erlaubt dem behandelnden Arzt die Anwendung eines Medikamentes vor dessen Registrierung, sofern eine schwere Beeinträchtigung der Gesundheit oder gar eine Bedrohung des Lebens vorliegt. Da die feuchte AMD innerhalb weniger Monate zur Erblindung führen kann, wurde das Medikament im September 1999 von CIBA Vision zur Anwendung vor Zulassung freigegeben.
Eine erste Registrierung von Verteporfin erfolgte bereits im Dezember 1999 in der Schweiz. In den USA wurde das Medikament einem beschleunigten Zulassungsverfahren unterzogen. Die Registrierung wird in Kürze erwartet.
Silvia Heise-Grubner, Geschäftsführerin von CIBA Vision, rechnet mit der Zulassung in der EU und damit auch in Österreich in den nächsten Monaten.
Für Personen, die nähere Informationen über AMD sowie den derzeitigen Stand der Behandlungsmöglichkeiten in Österreich erhalten möchten, wurde von CIBA Vision eine Telefon-Hotline eingerichtet: 01/42 733 42
wochentags 08.00 bis 19.00 Uhr und
samstags 08.00 - 13.00 Uhr.
Außerdem können nähere Informationen auf folgender website abgerufen werden: http://www.visudyne.com (Ende)
| Aussender: | ikp |
| Ansprechpartner: | ikp, Nicole Prell |
| Tel.: | 01/524 77 90 - 27 |
| E-Mail: | nicole.prell@ikp.at |
| Website: | www.ikp.at |
