Algizid in Boje als Waffe gegen giftige Algenblüten
Neuartige Geräte aus PVC-Rohrmodulen mit Hydrogelverschluss haben effektive Langzeitwirkung
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Algenblüten werden künftig schon im Keim erstickt (Foto: pixabay.com, callaway_hall) |
Toledo (pte003/01.04.2026/06:10)
Ein Algizid der Sepra Corporation wird dank einer neuen Boje von Forschern der University of Toledo (UT) zum erfolgreichen Algen-Killer. In Tests zeigte sich, dass ihre Wirkung über Wochen anhält. Diese Entwicklung kann künftig verheerende Algenblüten eindämmen, wie jene im Eriesee im US-Bundesstaat Ohio 2014. Damals waren hunderttausende Menschen von ihrer normalen Wasserversorgung abgeschnitten, weil die Algen Giftstoffe emittieren.
Andere Wissenschaftler hatten zuvor ebenfalls auf Algizide als Gegenmittel gesetzt, große Mengen davon verbraucht, aber nur mäßigen Erfolg erzielt. Auf die Dosierung kommt es an, erkannten die UT-Forscher Yakov Lapitsky, Youngwoo Seo und Umberto Kober. Sie entwickelten Bojen, die das Präparat ganz langsam ans Wasser abgeben, sodass die Wirkung wochenlang anhält.
Langsame Wanderung durchs Hydrogel
Die neuen Bojen bestehen aus PVC-Rohrmodulen, wie sie für die häusliche und industrielle Abwasserableitung genutzt werden. Daraus bauten die Forscher T- und kreuzförmige Gebilde, in die sie das Algizid füllten. Damit es nicht gleich herausgespült wird, entwickelten sie ein Hydrogel, mit dem sie die Öffnungen verschlossen. Hydrogele besten aus hochporösem Kunststoff und Wasser – der Feststoffanteil ist gering.
Speziell für diesen Fall bauten die Entwickler Poren ein, durch die die Algizid-Partikel entweichen können, allerdings nur ganz langsam. Das reicht allerdings, um das Wachstum der Algen bzw. Cyanobakterien zu stoppen. Ist der Vorrat an Algizid erschöpft, dann kippen die Bojen um und können anschließend nachgefüllt werden.
Bakterien fast vollständig eliminiert
Um ihre Wirksamkeit zu testen, positionierten die Forscher eine mit Algenbekämpfungsmittel gefüllte Boje in ein Becherglas, gefüllt mit einem Liter cyanobakterienhaltigem Wasser aus dem Eriesee. Jeden Tag tauschten sie einen kleinen Teil des Wassers durch neues verseuchtes Seewasser aus, um sicherzustellen, dass die Bojen stets neue Cyanobakterien zu bekämpfen hatten So konnte das Team nachweisen, dass die Bojen eine anhaltend algizide Wirkung haben. Tatsächlich wurden die giftsprühenden Bakterien fast vollständig beseitigt, während andere Mikroben weitgehend unversehrt blieben.
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