pte20000511001 in Leben
80.000 Österreicher an Grünem Star erkrankt
Früherkennung kann Krankheitsverlauf wesentlich eindämmen
Wien (pte001/11.05.2000/07:00)
Glaukom, oder Grüner Star, ist eine Krankheit die vom Patienten im Frühstadium unbemerkt bleibt. Die Sehqualität wird zunächst für den Betroffenen kaum merklich beeinflusst. Sehnerven können zu diesem Zeitpunkt aber bereits Schädigungen aufweisen. Die "Initiative Glaukom" soll zur Früherkennung beitragen. 80.000 Österreicher sind von dieser Krankheit, die zur Erblindung führen kann, betroffen.Die "Initiative Glaukom" wurde bereits vor zwei Jahren von renommierten Ärzten Wiens in Zusammenarbeit mit Pharmacia Upjohn ins Leben gerufen, zum Ziel hat man sich eine Aufklärungskampagne in Bezug auf die größtenteils unbekannte Augenkrankheit Glaukom gesetzt.
"Bei immerhin vier Prozent der betroffenen Patienten war die Krankheit bereits so weit fortgeschritten, dass eine Erblindung nicht mehr verhindert werden konnte", erklärte Heinrich Freyler, Univ. Prof. der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie Wiens http://www.akh-wien.ac.at/ophthalmology bei einer Pressekonferenz gestern, Mittwoch, in Wien. Glaukom sei nämlich weder heilbar noch könnten im Gegensatz zum Grauen Star entstandene Schäden repariert werden. Sehr wohl könne man in den meisten Fällen den Fortschritt der Krankheit mittels Augentropfen aber stoppen.
Empfohlen wird, bei der erstmaligen Anschaffung einer Lesebrille gleichzeitig ein Screening, d.h. eine komplette Augenuntersuchung, durchzuführen. Primäres Symptom für Glaukom ist erhöhter Augeninnendruck, eine derartige Messung ist für die Früherkennung demnach unabdingbar. Idealerweise sollte der Druck zu unterschiedlichen Tageszeiten gemessen werden, da dieser variiert.
"Nur ca. 50 Prozent der Fälle, die diesen Test belegten, aber nachweislich an Glaukom erkrankt waren, wiesen auch tatsächlich einen erhöhten Augendruck auf", so Clemens Vass, Oberarzt der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie. Aus diesem Grund sei zusätzlich für eine zuverlässige Diagnose unbedingt eine Untersuchung des Sehnervs erforderlich. Diese lasse sich relativ unkompliziert und vor allem schmerzfrei mittels Mikroskop durchführen. Auch die Funktion des Gesichtsfelds sollte man in diesem Zusammenhang überprüfen lassen.
Durch das regelmäßige Anwenden von Tropfen kann, so Vass, der Augendruck um 30 Prozent gesenkt werden. Dies sei der häufigste Therapieansatz, bei stark fortgeschrittenem Glaukom wird der Augendruck durch operative Maßnahmen gesenkt. Alternativ wird bei Patienten, die keinen erhöhten Augeninnendruck aufweisen, versucht, Glaukom durch blutdrucksenkende Maßnahmen zu behandeln. Diesbezüglich sei aber noch weitere Forschungsarbeit nötig, so Vass. Ob der Fortschritt des Glaukoms durch solche Behandlungen tatsächlich eingeschränkt wurde, ließe sich aber erst nach ein bis vier Jahren feststellen.
Trotz Therapie komme es nämlich noch immer bei 22 Prozent der Fälle zu einer Erblindung, Schuld neben dem Problem der Früherkennung sei oft auch mangelnde Therapiebereitschaft seitens der Patienten, bemerkt Vass.
Gefahr an Glaukom zu erkranken besteht vor allem bei den über 40-Jährigen, Blutsverwandten von Glaukomkranken, Diabetikern, bestehenden Herz-Kreislauf Erkrankungen, oder hochgradig kurzsichtigen Personen. Mit einem einfachen Test - ein Auge verschließen und die volle Funktionstüchtigkeit des anderen Auges dabei prüfen - kann jeder selbst in einem ersten Schritt die Qualität seines Sehens überprüfen. (Ende)
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