pte20000518052 in Leben
42 Prozent der Österreicher leiden an Darmstörungen
Drei Viertel suchen trotz Reizdarmsyndrom keinen Arzt auf - Medikament kann Abhilfe schaffen
Wien (pte052/18.05.2000/16:19)
Eine im Mai 2000 fertiggestellte Blitzumfrage, die im Vorfeld zur Informations-kampagne "Reizdarm" durchgeführt wurde, übertraf die Schätzungen der Ärzte deutlich: Während die Mediziner annahmen, dass rund 30 Prozent der österreichischen Bevölkerung von einem Darmleiden gequält werden, liegt die aktuelle Zahl sogar bei 42 Prozent."Durch medikamentöse Behandlung können die Symptome des an sich chronischen Reizdarmsyndroms wesentlich eingedämmt werden", so Peter Lechner (siehe Bild) von der chirurgischen Abteilung des Krankenhaus Klosterneuburg bei der heutigen Pressekonferenz in Wien. Außerdem sei das Aufsuchen eines Arztes schon aus dem Grund unerlässlich, damit schwerwiegendere Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen, wie beispielsweise das Dickdarmkarzinom, ausgeschlossen werden können. "Genau deshalb müssen wir die Patienten durch gezielte Aufklärung in die Praxen bringen", so der Mediziner weiter.
Mebeverin, ein Medikament aus der Gruppe der Spasmolytika, werde zur Zeit am häufigsten zur Behandlung von Reizdarmproblemen eingesetzt. Das Medikament, das krampflösend wirkt, sei, so Lechner, in den letzten fünf Jahren an 39,6 Millionen Patienten fast nebenwirkungsfrei getestet worden. Ingesamt ist es in 84 Ländern, in einigen sogar als Saftzubereitung für Kinder, zugelassen.
Viele Patienten würden aus Unwissenheit im Rahmen einer Selbsttherapie zu Mitteln wie Buscopan (wirkt ebenfalls krampflösend, führt aber zu Gewöhnungseffekten und weist gleichzeitig Nebenwirkungen auf) oder Immodium greifen, beide seien jedoch gleichermaßen für eine Langzeittherapie nicht geeignet. Mit einer Langzeittherapie, die einige Monate, oder auch Jahre in Anspruch nimmt, ist bei dieser Krankheitsform aber auf jeden Fall zu rechnen.
"Verabreichen wir anstatt des Mebeverins alternative Arzneien, kommt es zu verstärkten Nebenwirkungen, die in den schlimmsten Fällen bis zu Herzrhythmus- oder Leberfunktionsstörungen führen", so Lechner. Aus diesem Grund sollten andere Medikamente lediglich bei Fällen angewendet werden, bei denen das Mebeverin nicht wirkt.
Die erste Diagnose wird mittels Symptomauswertung (stechender Schmerz in Magen-Darm Gegend) und Tastbefund am Bauch erstellt. Wer Gewißheit haben will, kann diese aber nur durch genaue Untersuchungen mittels Blutbildtest, Blutsenkung und Kolonoskopie erlangen. Nicht fehlen sollte ein Laktoseintoleranztest und gegebenenfalls Magenspiegelung sowie Ulterschalluntersuchung. Andere Erkrankungen, wie Laktoseintoleranz, Bauchspeicheldrüsenfehlfunktion, organische Darmverengung oder das gefürchtete Dickdarmkarzinom, können nur auf diesem Weg ausgeschlossen werden.
"Besonders oft tritt die Krankheit nach Durchfällen oder der Einnahme von Antibiotika auf", erklärt Harald Vogelsang von der Universitätsklinik in Wien (4. Abteilung für Innere Medizin) http://www.univie.ac.at/Innere-Med-4 .
Das Reizdarmsyndrom äußert sich durch akute Durchfälle, kann aber auch in Form einer Verstopfung auftreten. Rund 20 Prozent der westlichen Bevölkerung sind einmal in ihrem Leben von einer Reizdarmerkrankung betroffen. 70 Prozent der Betroffenen, so der Mediziner, seien Frauen und bei 40 bis 60 Prozent der Fälle (Männer und Frauen) konnte zusätzlich eine psychische Erkrankung diagnostiziert werden. Demnach kann psychische Belastung (Angst, Depression, Stress) eine Krankheitsentstehung begünstigen, bzw. könnten auch umgekehrt durch entsprechende Psychotherapie Symptome beseitigt werden. (Ende)
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