pte20000803040 in Leben
30 Prozent der Mädchen zeigen abnormes Essverhalten
Gesundheitsstadtrat Rieder will verstärkte Hilfe anbieten
Wien (pte040/03.08.2000/17:15)
Inwieweit Essstörungen in Österreich schon fortgeschritten sind, sollte eine eben durchgeführte Studie in Wien belegen. Demnach zeigen 30 Prozent der jungen Mädchen ein abnormes Essverhalten, rund 15 Prozent sind untergewichtig. Sechs Prozent haben bereits therapeutische Hilfe beansprucht. "Angesichts dieser Zahlen ist in Österreich eine sinnvolle Regelung bei den entsprechenden Niederlassungen unbedingt notwendig", bemerkte Gesundheitsstadtrat Sepp Rieder (Bild) bei einer Pressekonferenz heute, Donnerstag, in Wien.Insgesamt wurden 1999 im Rahmen der Studie 1.903 Schüler befragt. Nach einer Schätzung der Experten sind 0,5 Prozent massiv von der Krankheit betroffen. 1,5 Prozent leiden an Bulemie, und schließlich fünf Prozent weisen eine manifeste Essstörung auf. Immerhin 34 Prozent der Mädchen haben Angst davor zuzunehmen, 23 Prozent sind mit ihren Körperproportionen unzufrieden. Die Studie wurde von der Wiener Frauenbeauftragten Beate Wimmer-Puchinger und Martina de Zwaan von der Spezialambulanz für Essstörungen am AKH Wien http://www.akh-wien.ac.at durchgeführt.
Junge Menschen und deren Eltern können sich diesbezügliche hohe Therapiekosten oft nicht leisten. Künftig müssen kostengünstige Einrichtungen angeboten werden. "Das soziale Netz hat angesichts der gescheiterten Verhandlungen rund um die Psychotherapie auf Krankenschein bereits einen Riss erlitten", so Rieder. Handlungsbedarf sei, nicht zuletzt aufgrund der Studie, notwendig.
Eine Essstörungskampagne ist bereits 1998 gestartet. Im Rahmen der Initative wurde auch eine Gratis-Hotline unter 0800-201120 eingerichtet, an die sich Betroffene Montag bis Freitag von 12 - 17 Uhr, freitags auch von 9 - 12 Uhr wenden können. Bisher haben sich rund 3.600 Anrufer gemeldet, davon waren etwa 40 Prozent schon jahrelang krank. Seit es diese Einrichtung gibt, nehmen doppelt so viele Patienten, die unter einer Essstörung leiden, ärztliche Hilfe in Anspruch.
Um Essstörungen zu heilen ist psychische und physische Therapie notwendig, die sich oft über Jahre ziehen kann. In weit fortgeschrittenen Fällen erfolgt die Behandlung stationär, bei Früherkennung, auf die auch die Initiative setzt, ist eine ambulante Behandlung ausreichend. Besonders erschreckend ist die hohe Mortalität bei Magersucht-Kranken. (Ende)
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