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pte20230131004 Medizin/Wellness, Technologie/Digitalisierung

App erkennt Sehstörungen bei Kleinkindern

298 Kinder getestet - "Apollo Infant Sight" erkennt per Smartphone 16 Augenkrankheiten präzise


Cartoon und Kind, das ihn anschaut und dabei per App analysiert wird (Quelle: Nature Medicine)
Cartoon und Kind, das ihn anschaut und dabei per App analysiert wird (Quelle: Nature Medicine)

Guangzhou/Schanghai (pte004/31.01.2023/06:10)

Die neue Smartphone-App "Apollo Infant Sight" (AIS) von Forschern der Sun Yat-sen University und der Shanghai Jiao Tong University verrät jedem Laien künftig, ob Kinder eine Sehstörung haben oder nicht. Die Anwendung basiert auf Künstlicher Intelligenz und kann 16 Augenkrankheiten identifizieren, indem sie Bilder von Gesichtern analysiert. Dabei kommt es vor allem auf das Blickverhalten und die Gesichtszüge an.

Cartoons fesseln Kinder

AIS spielt den Kindern cartoonartige Videostimuli vor, die deren Blick magisch anziehen. Gleichzeitig entsteht ein Video, das später extern ausgewertet wird. Die Forscher haben von 3.652 Kindern Tausende Videos mit 25 Mio. Einzelbildern gesammelt, die zum Training der Software genutzt worden sind. Parallel dazu wurden die Kinder darauf untersucht, ob sie Sehstörungen hatten.

Diese Infos haben die Forscher mit Erfolg mit den Videos der betroffenen Kinder kombiniert, sodass danach Kinder anhand ihrer Mimik identifiziert werden konnten, die Sehstörungen hatten. Zunächst nahmen geschulte Wissenschaftler die Bilder auf. Später nutzten die Auswerter auch Videos, die in häuslicher Umgebung von Eltern oder ungeschulten Betreuern aufgenommen worden waren. Die Kinder waren maximal vier Jahre alt.

Trefferquote 90 Prozent

Das System haben die Forscher an 298 Kindern getestet, die zuvor augenärztlich untersucht worden waren. 188 davon waren völlig gesund, 67 leicht beeinträchtigt und 43 schwer sehbehindert. Die Erkennungsrate lag über 90 Prozent. Die App erkannte auch versteckte Störungen, die von Augenärzten leicht übersehen werden, sagen die Entwickler.

Das bedeutet letztlich, das sich das Verfahren nutzen lässt, um eine Vorauswahl unter Kindern zu treffen, die vermeintlich Sehstörungen aufweisen. Jene Kinder, bei denen die Anwendunge das ausschließt, werden nicht weiter untersucht. Den endgültigen Befund für die anderen zu erstellen, ist dann Sache des Augenarztes, heißt es abschließend.

(Ende)
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