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pta20220812007
Unternehmensmitteilung für den Kapitalmarkt

Rosenbauer International AG: Rosenbauer Konzern erwirtschaftet im 1. Halbjahr 2022 429,7 Mio € Umsatz


Leonding (pta007/12.08.2022/07:00) -

  • Produktionsstörungen durch Materialengpässe dauern an, Auslieferungen rückläufig
  • Standardisierte Vorratsfahrzeuge für die dringendsten Bedarfe der Feuerwehren
  • EBIT trotz Aufholprozess im zweiten Quartal bei -23,2 Mio €
  • Neuerliche Preisanpassung im Mai bildet geänderte Herstellkosten ab
  • Starker Auftragseingang von 581,4 Mio € liegt deutlich über dem Vorjahreswert
  • Management passt Ausblick für das Geschäftsjahr an: Umsatz bei rund 1 Mrd €, positives EBIT (zuvor: 1 - 3 % EBIT-Marge)
KONZERNKENNZAHLEN1-6/20211-6/2022
UmsatzerlöseMio €448,1429,7
EBITMio €11,8-23,2
PeriodenergebnisMio €7,4-11,7
Cashflow aus der operativen TätigkeitMio €-27,7-121,8
Eigenkapital in % der Bilanzsumme 21,7 %19,5 %
Gewinn je Aktie0,1-1,9
Mitarbeiterstand zum 30. Juni 4.0084.204
Auftragsbestand zum 30. Juni Mio €1.092,01.334,2

Der Rosenbauer Konzern hat im ersten Halbjahr 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 429,7 Mio € (1-6/2021: 448,1 Mio €) erwirtschaftet. Das Geschäftsvolumen lag damit trotz eines stärkeren zweiten Quartals um 4,1 % unter dem Vorjahreswert. Die anhaltenden Lieferkettenprobleme und die Preissteigerungen bei Vorprodukten und Energie sorgen konzernweit für höchst unsichere Produktionsbedingungen und Umsatzverschiebungen. Um unter diesen Umständen die dringendsten Bedarfe der Feuerwehren besser abdecken zu können, wird Rosenbauer erstmals in seiner Geschichte in Europa eine begrenzte Anzahl weitgehend standardisierter Vorratsfahrzeuge bauen, die dann für die Einsatzkräfte kurzfristig abrufbar sein werden. Darüber hinaus hat der Rosenbauer Konzern im Mai erneut seine Preise für künftige Angebote angepasst. Das EBIT belief sich als Folge des niedrigeren Bruttoergebnisses und gestiegener Strukturkosten auf -23,2 Mio € (1-6/2021: 11,8 Mio €). Der Auftragseingang lag gleichzeitig mit 581,4 Mio € deutlich über der Vorjahresperiode (1-6/2021: 488,2 Mio €). Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen erwartet der Vorstand des Rosenbauer Konzerns bei vollen Auftragsbüchern im laufenden Jahr einen Umsatz von rund 1 Mrd € und ein positives EBIT.

"Das operative Ergebnis des Rosenbauer Konzerns hat sich im zweiten Quartal im Einklang mit der Umsatzentwicklung verbessert. Ohne die Kosten für die Branchenleitmesse Interschutz, auf der wir uns mit unserem elektrischen Fahrzeug-Line-Up einmal mehr klar als Innovationsführer positioniert haben, wäre es ausgeglichen gewesen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir unsere Effizienzbemühungen forcieren müssen", sagt Sebastian Wolf, CEO der Rosenbauer International AG.

Umsatz- und Ertragslage

Die zaghafte Konjunkturerholung 2021 ist in den vergangenen Monaten zunehmend düsteren Entwicklungen gewichen. Die Weltwirtschaft ist durch die COVID-19 Pandemie geschwächt und wird von gleich mehreren Schocks getroffen: einer höher als erwarteten Inflation, dadurch ausgelöst strengeren Finanzkonditionen, die stärker als erwartete Verlangsamung Chinas sowie negative Ausstrahlungseffekte des Krieges in der Ukraine.

Vor diesem Hintergrund hat der Internationale Währungsfonds (IWF) im Juli seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum erneut, um 0,4 Prozentpunkte gegenüber April, auf 3,2 % 2022 gesenkt. Im Vorjahr belief sich das Plus auf 6,1 %. Die Prognose für die globale Inflation wurde hingegen wegen der steigenden Preise für Nahrungsmittel und Energie sowie der anhaltenden Ungleichgewichte bei Angebot und Nachfrage angehoben, nämlich auf 6,6 % für entwickelte Volkswirtschaften und 9,5 % für Schwellen- und Entwicklungsländer.

Die Auftragsbücher der globalen Feuerwehrbranche sind indes gut gefüllt. Entscheidend für die Branchenentwicklung wird sein, wie lange die bestehenden Störungen der internationalen Lieferketten noch anhalten und wie sehr sie den regulären Produktionsbetrieb beeinträchtigen.

Der Rosenbauer Konzern erzielte im ersten Halbjahr 2022 einen Konzernumsatz von 429,7 Mio € (1–6/2021: 448,1 Mio €). Die Area CEEU und die Area NOMA haben dabei trotz der angespannten Materialversorgung geringfügig mehr Fahrzeuge und Ausrüstung ausgeliefert. Das Segment Vorbeugender Brandschutz konnte seinen Umsatz signifikant ausweiten. Der Konzernumsatz verteilt sich aktuell wie folgt auf die verschiedenen Vertriebsregionen[1]: 37 % Area CEEU, 9 % Area NISA, 9 % Area MENA, 10 % Area APAC, 31 % Area NOMA sowie 4 % auf das Segment Vorbeugender Brandschutz.

Das EBIT war nach den ersten sechs Monaten 2022 mit -23,2 Mio € (1-6/2021: 11,8 Mio €) negativ. Das Konzern-EBT betrug am Ende der Berichtsperiode -26,0 Mio € (1–6/2021: 9,2 Mio €). Das vergleichsweise bessere Nettoergebnis ist auf einen positiven Steuereffekt aus der Übernahme der US-Minderheitenanteile und aktivierte Verlustvorträge zurückzuführen.

Der Auftragseingang lag mit 581,4 Mio € von Jänner bis Juni dieses Jahres deutlich über dem Niveau der Vorjahresperiode (1–6/2021: 488,2 Mio €). Diese Entwicklung wird von der Area CEEU, der Area NOMA und dem Segment Vorbeugender Brandschutz getragen, die sehr stark wachsen konnten. Der Auftragsbestand ist ebenfalls gestiegen und betrug zum 30. Juni 2022 1.334,2 Mio € (30. Juni 2021: 1.092,0 Mio €).

Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Periodenvergleich auf 1.014,0 Mio € (30. Juni 2021: 962,2 Mio €). Die Vorräte stiegen auf 486,4 Mio € (30. Juni 2021: 454,1 Mio €) während die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte mit 226,6 Mio € (30. Juni 2021: 250,8 Mio €) deutlich unter dem Vorjahr lagen.

Die größte Veränderung weisen die langfristig verzinslichen Verbindlichkeiten auf. Diese lagen mit 200,8 Mio € über dem Vorjahr (30. Juni 2021: 135,4 Mio €) und beeinflussten die Nettoverschuldung. Korrespondierend reduzierten sich die kündbaren Anteile ohne beherrschenden Einfluss, durch den Erwerb der restlichen 50 % der Rosenbauer America.

Die Nettoverschuldung des Konzerns (der Saldo aus verzinslichen Verbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Wertpapiere) erhöhte sich im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode auf 428,9 Mio € (30. Juni 2021: 345,3 Mio €).

"Der Erwerb der US-Minderheitenanteile an der Rosenbauer America ist eine wichtige Investition in die Zukunft des Rosenbauer Konzerns. Denn Nordamerika ist mit einem Beschaffungsvolumen von über 6.000 Fahrzeugen im Vorjahr der weltweit größte Feuerwehrmarkt. Die nunmehr vollständige Übernahme der Rosenbauer America bietet uns die strategische Chance, die Integration des Teilkonzerns zu verstärken, Synergien besser zu nutzen und unser Geschäft langfristig auszubauen. Das Nordamerika-Geschäft ist zudem ein sehr cash-flow-starkes Geschäft, sodass mit einem raschen Mittelrückfluss gerechnet werden kann", so Wolf.

Der Cashflow aus der operativen Tätigkeit lag am Ende des ersten Halbjahres 2022 wegen der geringeren Auslieferungen und des deutlichen Bestandsaufbaus seit Jahreswechsel bei -121,8 Mio € (1–6/2021: -27,7 Mio €).

Ausblick

Der IWF hat im Juli seine Konjunkturprognose nach unten korrigiert. Dementsprechend soll die Weltwirtschaft 2022 nur noch um 3,2 % an Stelle von 3,6 % zulegen. Im Jahr 2023 könnte dann das Wachstum nicht zuletzt auch wegen der Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung bei 2,9 % liegen.

Die Risiken für diese Prognose sind sehr hoch. So könnte Russland im Zuge des Krieges in der Ukraine seine Gaslieferungen nach Europa einstellen, die Inflationsbekämpfung könnte durch Spannungen auf den Arbeitsmärkten und überzogene Inflationsängste schwieriger werden, die strengeren Finanzkonditionen könnten zu neuen Schuldkrisen führen und eine Eskalation der chinesischen Immobilienkrise könnte das Wachstum des Landes noch stärker bremsen.

Die globale Feuerwehrbranche folgt der allgemeinen Konjunktur erfahrungsgemäß mit einem mehrmonatigen Abstand. Ihre Auftragsbücher sind gut gefüllt, die Ausschreibungstätigkeit ist sehr rege. Gleichzeitig sorgen die anhaltenden Lieferkettenschwierigkeiten und der Druck auf die Energie- und Rohstoffmärkte durch die russische Invasion der Ukraine für sehr unsichere Produktionsbedingungen, weshalb für dieses Jahr mit einer Seitwärtsbewegung der Industrie gerechnet wird.

Ausgehend von der weiterhin angespannten Situation bei der Beschaffung von Fahrgestellen und weiterer Bauteile erwartet der Vorstand bei einem hohen Auftragsbestand einen Umsatz von rund 1 Mrd € und ein positives EBIT.


[1]Area CEEU: Zentral- und Osteuropa; Area NISA: Nordeuropa, Iberien, Südamerika, Afrika; Area MENA: Mittlerer Osten und Nordafrika; Area APAC: Asien-Pazifik; Area NOMA: Nord- und Mittelamerika; PFP: Vorbeugender Brandschutz

(Ende)
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