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pte20211005013 Medien/Kommunikation, Medizin/Wellness

Instagram bewarb Essstörungs-Seiten an Teens

Massiv in der Kritik stehende Plattform gesteht mangelnde Durchsetzung von Richtlinien ein


Instagram: lässt Verbotenes oft gewähren (Foto: Solen Feyissa, unsplash.com)
Instagram: lässt Verbotenes oft gewähren (Foto: Solen Feyissa, unsplash.com)

New York (pte013/05.10.2021/10:30) -

„I have to be thin" (ich muss dünn sein), „Eternally starved" (ewig verhungert): Solche und ähnliche Accounts schlugen Instagrams Algorithmen einem 13-Jährigen Mädchen vor, das sich an abnehmen und Diäten interessiert zeigte. Das Berichtet „CNN" unter Berufung auf Senator Richard Blumenthal, dessen Team dies beobachtet hatte. Solche Seiten, die Essstörungen verherrlichen, verstoßen eigentlich gegen die Instagram-Richtlinien und hätten gar nicht erlaubt sein dürfen, wie die Facebook-Tochter gegenüber dem Nachrichtensender zugab.

Massig Hunger-Verherrlicher

Senator Blumenthal und sein Team legten das Account, das angeblich einer 13-Jährigen gehört, an, um sich selbst ein Bild davon zu machen, wie gut Instagram Jugendliche wirklich vor potenziell schädlichen Inhalten schützt. Testweise folgten sie also einigen Accounts über Diäten und solchen, die Essstörungen verherrlichen (und eigentlich nicht erlaubt sind). Binnen kurzer Zeit schlugen die Algorithmen immer mehr ähnliche Seiten vor. Für eine Auswahl von fünf fragwürdigen Accounts, mit denen sich „CNN" an Instagram wandte, bestätigte die Plattform, dass sie gegen Plattform-Richtlinien verstoßen.

„Wir erlauben keine Inhalte, die Essstörungen fördern oder ermutigen, und wir haben die mit uns geteilten Konten entfernt, weil sie gegen diese Regeln verstoßen haben", so ein Sprecher des Mutterkonzerns Facebook. Angebliche nutze man neben Nutzermeldungen auch Technologie, um entsprechende Inhalte zu finden und zeitnah zu entfernen. Als „CNN" Blumenthals Experiment mit einem eigenen Test-Account wiederholte, bekam die angeblich 13-Jährige allerdings schnell diverse Accounts mit dem Wort „skinny" (dürr) im Namen angezeigt – ein Begriff, der schon seit Jahren bei der Essstörungen verherrlichenden Pro-Anorexia-Bewegung beliebt ist.

Spitze des Eisbergs

Die Erfahrung seines Teams zeige sehr deutlich, dass Fecebooks „Behauptungen, Kinder zu schützen oder Accounts, die diese gefährden könnten, absoluter Quatsch sind", meinte Blumenthal gegenüber „CNN Monday". Dabei dürften sie lediglich die Spitze eines Eisbergs darstellen. Immerhin hat das „Wall Street Journal" im September Enthüllungen ins Rollen gebracht, dass Facebook wohl ganz genau wissen dürfte, wie schädliche seine Plattformen und insbesondere Instagram insbesondere für junge Mädchen sein dürften – aber wohl aus Profitgier nicht viel unternimmt.

(Ende)
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