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pte20210809002 Medien/Kommunikation, Technologie/Digitalisierung

Social Web: Account-Sperre macht radikaler

Nutzer mit extremen Ansichten wechseln auf Alternativplattformen und steigern ihren Unmut


Social Apps: Verbannung radikaler User nicht zielführend (Foto: binghamton.edu)
Social Apps: Verbannung radikaler User nicht zielführend (Foto: binghamton.edu)

Binghamton/Boston/London/Saarbrücken (pte002/09.08.2021/06:05) -

Nutzer, die wegen beleidigender Äußerungen, Rassismus, gefährlichen Falschinformationen von einem sozialen Medium verbannt werden, wechseln meist zu einem anderen und treiben es dort noch ärger. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Binghamton University https://www.binghamton.edu/ im US-Bundesstaat New York, der Boston University https://www.bu.edu/, des University College London https://www.ucl.ac.uk/ und des Max-Planck-Instituts für Informatik https://www.mpi-inf.mpg.de/de/home in Saarbrücken.

[b]Die Hetze nimmt noch zu[/b]

Die Forscher entwickelten eine Methode, mit der sie Konten einer Person auf verschiedenen Plattformen identifizieren konnten und fanden heraus, dass Nutzer, deren Konto bei Reddit oder Twitter gesperrt wurde, auf alternative Plattformen wie Gab oder Parler wechselten, weil deren Kontrollen möglicherweise laxer sind. Sie hätten dann zwar ein kleineres Publikum, würden aber noch mehr hetzen.

[b]Basis der Studie waren 29 Millionen Beiträge auf Gab[/b]

„Man kann diese Leute nicht einfach aussperren und sagen: 'Hey, es hat funktioniert.' Sie verschwinden nicht", sagte Jeremy Blackburn, Assistenzprofessor für Informatik an der Binghamten University. „Es ist zwar positiv für die ursprüngliche Plattform, aber insgesamt wird es schlimmer."

Die Forscher sammelten 29 Millionen Beiträge auf Gab, das 2016 gestartet wurde und derzeit rund vier Millionen Nutzer hat. Gab, so sagen sie, sei bekannt für seine rechtsextreme Basis aus Neonazis, weißen Nationalisten, Antisemiten und QAnon-Verschwörungstheoretikern.

Mit einer Kombination aus maschinellem Lernen und menschlicher Kennzeichnung haben die Forscher Profilnamen und Inhalte mit Nutzern abgeknüpft, die auf Twitter und Reddit aktiv waren, aber gesperrt wurden. Viele, die von einem sozialen Medium verbannt werden, verwenden die gleichen Profilnamen oder Benutzerinformationen auf einer anderen Plattform, um von ihren Followern weiterhin erkannt zu werden.

[b]Gab wirkt auf Ausgesperrte höchst anziehend[/b]

In dem für diese Studie analysierten Datensatz haben etwa 59 Prozent der Twitter-Nutzer (1152 von 1961) nach ihrer letzten aktiven Zeit auf Twitter Gab-Konten erstellt, vermutlich nachdem ihr Konto gesperrt wurde. Als Ersatz für Reddit erstellten etwa 76 Prozent (3958 von 5216) der gesperrten Benutzer Gab-Konten.

Vergleicht man Inhalte derselben Nutzern auf Twitter und Reddit mit Gab, neigen Benutzer dazu, giftiger zu werden, wenn sie von einer Plattform suspendiert werden und gezwungen sind, auf eine andere Plattform zu wechseln. Sie werden auch aktiver und erhöhen die Häufigkeit der Beiträge.

[b]Angriff aus das US-Kapitol[/b]

Gleichzeitig reduziert sich das Publikum durch den Wechsel von den vielmillionenfach genutzten Plattformen. Das könnte als Erfolg angesehen werden, aber Blackburn gibt zu bedenken, dass ein Großteil der Planung für den Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar auf Parler stattfand, einer Plattform ähnlich wie Gab mit einer kleineren Benutzerbasis, deren Nutzer zu Extremismus neigen.

(Ende)
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Ansprechpartner: Wolfgang Kempkens
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