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pta20210316017
Unternehmensmitteilung für den Kapitalmarkt

Ahlers AG: Corona-Pandemie führt zu erheblichen Belastungen für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Geschäftsjahres 2019/20

Zukunftsfähigkeit der Ahlers AG bestätigt und mittelfristige Finanzierung gesichert


Herford (pta017/16.03.2021/11:10) - Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie führen zu erheblichen Belastungen für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Geschäftsjahres 2019/20. Weiterhin solide Bilanzstruktur mit einer Eigenkapitalquote von 49 Prozent*. Mit "New Tomorrow" größtes Profitabilitätsprogramm der Unternehmensgeschichte aufgelegt. Zukunftsfähigkeit der Ahlers AG bestätigt und mittelfristige Finanzierung gesichert.

- Rückläufige Umsatzentwicklung 2019/20 (-26,8 Prozent) maßgeblich verursacht durch Corona-bedingte Belastungen sowie planmäßig beendete Aktivitäten
- Erhebliche Einsparungen bei betrieblichen Aufwendungen von -17,8 Mio. EUR bzw. -17,4 Prozent
- Konzernergebnis fällt umsatzbedingt um -14,7 Mio. EUR auf -18,4 Mio. EUR
- Cashflow maßbeglich beeinflusst durch das rückläufige Konzernergebnis
- Weiterhin solide Bilanzstruktur mit 49 Prozent Eigenkapitalquote (Vorjahr 57 Prozent)

*alle Werte dieser Pressemeldung vor Anwendung von IFRS 16 - Leasingbilanzierung

"Wir hatten die Rückkehr in die Gewinnzone für das Geschäftsjahr 2019/20 geplant und hätten dies auf Basis der Vororder bis Januar 2020 auch geschafft - und dann kam Corona", sagt Dr. Stella A. Ahlers bei der Vorlage der Bilanz des Geschäftsjahres 2019/20. "Um das Unternehmen präzise auf die neuen Trends einzustellen und die Strukturen auf die Markterfordernisse auszurichten, haben wir zu Beginn des neuen Geschäftsjahres mit "New Tomorrow" das umfangreichste strategische Performance-Programm unserer Unternehmensgeschichte aufgelegt."

Rückläufiger Konzernumsatz 2019/20 durch europaweite Eindämmungsmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie
Der Konzernumsatz sank im Geschäftsjahr 2019/20 um 55,4 Mio. EUR bzw. 26,8 Prozent auf 151,6 Mio. EUR, hauptsächlich verursacht durch die europaweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Der Corona-bedingte Umsatzrückgang betrug 23,8 Prozent und lag damit im Rahmen des Markttrends in Deutschland (-22 Prozent). Darüber hinaus führte die Beendigung des Geschäfts mit Jupiter-Jacken sowie mit Pierre Cardin- und Pioneer-Damenhosen zu einem planmäßigen Umsatzrückgang von insgesamt 8,4 Mio. EUR. Regional betrachtet gab es große Unterschiede im Hinblick auf Umfang und Dauer der Eindämmungsmaßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. In Deutschland waren die Umsatzrückgänge mit 22,3 Prozent am geringsten. Das westeuropäische Ausland lag mit -28,1 Prozent leicht unter dem Konzerntrend. Am härtesten traf es aber die Umsätze in Osteuropa, die um 37,4 Prozent zurückgingen.

eCommerce-Geschäft mit zweistelligem Umsatzplus - eigene Einzelhandelsumsätze rückläufig
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Digitalisierung weiter beschleunigt und den Online-Handel noch stärker in den Fokus unseres unternehmerischen Handelns gerückt. Im Geschäftsjahr 2019/20 hat der eCommerce ein Umsatzplus von 13,2 Prozent erzielt. Der Umsatz des eigenen Retail ging mit -30,4 Prozent stärker zurück als der Konzernumsatz. Der Umsatzanteil des eigenen Retail am Gesamtumsatz sank von 15,4 Prozent auf 14,6 Prozent. Flächenbereinigt fielen die Umsätze um 29,9 Prozent.

Effizienzmaßnahmen des Vorjahres und kurzfristige Kostensenkungsmaßnahmen führen zu deutlich gesunkenen betrieblichen Aufwendungen
Sowohl die Effizienzprogramme des Vorjahres, die kurzfristig eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung als auch die Corona-bedingt niedrigeren Umsätze führten im Berichtsjahr zu deutlich geringeren betrieblichen Aufwendungen. So fiel der Personalaufwand von 46,9 Mio. EUR um 18,1 Prozent auf 38,4 Mio. EUR vor allem durch die im Vorjahr eingeleitete Beendigung von Aktivitäten, kurzfristig durchgeführte Umstrukturierungen in der Verwaltung in Herford, die Inanspruchnahme von Kurzarbeit sowie die Schließung unseres polnischen Produktionswerks. Noch stärker gingen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 18,9 Prozent von 50,7 Mio. EUR auf 41,1 Mio. EUR zurück. Maßgebliche Gründe dafür waren Einsparungen bei Store-Mieten, umsatzbedingt deutlich gesunkene Kosten für Frachten und Kommissionierung, niedrigere vertriebsabhängige Kosten, geringere Marketingausgaben und der geringere Einsatz von Leiharbeitern. Zusammen mit den leicht höheren Abschreibungen sanken die betrieblichen Aufwendungen damit um 17,4 Prozent bzw. 17,8 Mio. EUR von 102,1 Mio. EUR auf 84,3 Mio. EUR. Die Einsparungen dämpften den Umsatzeffekt auf den Rohertrag, konnten diesen jedoch nicht ausgleichen. Daher ging das EBIT vor Sondereffekten um -10,2 Mio. EUR auf -12,6 Mio. EUR zurück (Vorjahr -2,4 Mio. EUR).

Hohe Sonderaufwendungen durch neues Kostensenkungsprogramm
Im Geschäftsjahr 2019/20 gab es Sondereffekte in Höhe von -2,9 Mio. EUR. Den größten Anteil daran hatten die Rückstellungen und Zahlungen von Mitarbeiterabfindungen aufgrund der kurzfristig eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen von 2,6 Mio. EUR. Das Finanzergebnis sank um 1,0 Mio. EUR vor allem durch die zusätzliche Kreditaufnahme und gestiegene Zinssätze auf -1,6 Mio. EUR. Einschließlich der Wertberichtigung der aktiven latenten Steuern fiel das Konzernergebnis nach Steuern im Geschäftsjahr 2019/20 auf -18,4 Mio. EUR (Vorjahr -3,7 Mio. EUR).

Solide Bilanzstruktur mit Corona-bedingt gestiegenem Net Working Capital und höherer Finanzverschuldung
Das Net Working Capital (Saldo aus Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) stieg im Berichtszeitraum um 9,1 Mio. EUR bzw. 14,1 Prozent von 64,7 Mio. EUR auf 73,8 Mio. EUR. Der Corona-bedingte Verlust und deutlich erhöhte Vorräte führten zu einer um 20,8 Mio. EUR höheren Nettofinanzverschuldung von 33,3 Mio. EUR (Saldo aus lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten minus liquider Mittel, Vorjahr 12,5 Mio. EUR). Trotz der großen bilanziellen Belastungen lag die Eigenkapitalquote am 30. November 2020 bei weiterhin soliden 48,6 Prozent (Vorjahr 57,4 Prozent).

"New Tomorrow" - das größte Performance-Programm der Unternehmensgeschichte
Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres hat Ahlers das umfangreichste strategische Performance-Programm seiner Unternehmensgeschichte aufgelegt. Das Gesamtprojekt zielt auf die Stärkung der Marktpositionierung sowie die Optimierung der betriebswirtschaftlichen Leistungsprozesse ab. "Unter dem Titel "New Tomorrow" soll die strategische Ausrichtung jeder unserer Marken individuell neu justiert werden, um die Markenaussage, die Kundenorientierung und -ansprache sowie die Vertriebskanäle zu optimieren", so Dr. Stella A. Ahlers. Ein wesentlicher Baustein der Strategie ist der professionelle Ausbau des E-Commerce-Geschäfts und eine aus den Marken gesteuerte innovative Markenkommunikation. Für die Service-Bereiche des Unternehmens wird neben einer allgemeinen Kostensenkung vor allem eine kostengünstigere Beschaffung angestrebt, selbstverständlich unter Einhaltung unserer strengen Corporate Social Responsibility-Grundsätze.

Mittelfristige Finanzierung gesichert
Wegen des zweiten Lockdowns in Deutschland vor Weihnachten und in vielen anderen Ländern zu Beginn dieses Jahres wurde die erneute Beantragung einer Landesbürgschaft notwendig. Diese hat das Land NRW aufgrund der positiven Fortführungsprognose gemäß eines IDW S6 Gutachtens, das von einer renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellt wurde, genehmigt. Dadurch konnte die mittelfristige Finanzierung zum Teil neu aufgestellt und in die bisherigen Finanzierungsverträge eingebunden werden. "Der zuständige Ausschuss des Wirtschaftsministeriums hat die Landesbürgschaft bereits bewilligt. Davon mussten wir bisher noch keine Mittel in Anspruch nehmen. Die Durchfinanzierung des Unternehmens sollte daher, vorbehaltlich des noch immer dynamischen Pandemie-Geschehens, sichergestellt sein", sagt Simon Tabler, CFO der Ahlers AG.

2020/21: Erwartung eines stark durch Corona geprägten Transformationsjahres
Auf Basis der Annahme, dass der Bekleidungseinzelhandel in weiten Teilen Europas nun sukzessive im März 2021 wieder öffnen kann und kein weiterer breiterer Lockdown im Laufe des Geschäftsjahres 2020/21 notwendig wird, erwartet der Vorstand einen Konzernumsatz leicht unterhalb des Vorjahreswerts (2019/20: 151,6 Mio. EUR). Im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 sollte die Rohertragsmarge auf dem Niveau des Vorjahres liegen (47,3 Prozent). Zusammengenommen dürften die betrieblichen Aufwendungen bestehend aus Personalaufwand, den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie Abschreibungen leicht zurückgehen. Das EBIT vor Sondereffekten des Geschäftsjahres 2020/21 sollte daher etwa auf Vorjahresniveau liegen (2019/20: -12,6 Mio. EUR). Vor allem der Wegfall von Sondereffekten dürfte zu einem verbesserten Konzernergebnis beitragen (2019/20: -18,4 Mio. EUR).
Das Performance Programm "New Tomorrow" sollte vor allem im Folgejahr 2021/22 zusammen mit einer Normalisierung der Marktbedingungen seine Wirkung entfalten und ab dem Geschäftsjahr 2022/23 wieder zu positiven Ergebnissen auf den Ergebnisebenen vor und nach Sondereffekten führen.

Die Ahlers Konzernzahlen im Überblick:

vor IFRS 16
2019/20 2018/19 Veränderung
Umsatzerlöse Mio. EUR 151,6 207,0 -26,8%
EBIT* Mio. EUR -12,6 -2,4 <-100,0%
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR -17,1 -3,0 <-100,0%
Konzernergebnis Mio. EUR -18,4 -3,7 <-100,0%
Net Working Capital** Mio. EUR 73,8 64,7 14,1%
Netto-Finanzverschuldung Mio. EUR 33,3 12,5 >100,0%
Eigenkapitalquote in % 48,6 57,4 -8,8 PP
Mitarbeiter (30.11.) 1.724 1.929 -10,6%
*vor Sondereffekten
**Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

(Ende)
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32052 Herford
Deutschland
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