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pte20200330026 Medizin/Wellness, Forschung/Entwicklung

Brillen sind Viren- und Bakterienschleudern

5.232 verschiedene Arten und 665 Gattungen von Bakterien auf 30 Modellen identifiziert


Brille: Auf den Gläsern sitzen die meisten Erreger (Bild: hs-furtwangen.de)
Brille: Auf den Gläsern sitzen die meisten Erreger (Bild: hs-furtwangen.de)

Furtwangen (pte026/30.03.2020/13:36) - Brillen sind aufgrund ihrer exponierten Position mitten im Gesicht, der Nähe zu Mund und Nase und häufigem Hautkontakt, insbesondere durch die Hände, mit teils gefährlichen Mikroorganismen kontaminiert. Das haben Forscher der Hochschule Furtwangen http://hs-furtwangen.de herausgefunden. Die Wissenschaftler haben in ihrer aktuellen Studie 30 im Hochschulumfeld getragene Brillen an jeweils drei Stellen analysiert: Gläsern, Ohrbügeln und Nasenpolstern. Insgesamt wurden dabei 5.232 verschiedene Arten und 665 Gattungen von Bakterien entdeckt.

Infektionen werden ausgelöst

Die höchste Artenvielfalt zeigten die Brillengläser, die geringste die Nasenpolster. Generell dominierten Haut- und Schleimhautbakterien, die über die Gesichtshaut, die Hände oder Mund und Nase - beim Atmen oder Brilleputzen durch Hauchen - auf die Brille gelangen, wie Cutibakterien, Corynebakterien oder Staphylokokken. Gerade auf den Gläsern fanden sich aber auch typische Umweltkeime, wie Pseudomonaden, die über die Luft dorthin gelangen können. Mehr als 80 Prozent der 13 am häufigsten identifizierten Arten sind potenziell pathogen und können gerade bei empfindlichen Menschen Infektionen auslösen, auch im Augenbereich.

In einer vorangegangenen Studie haben die Experten bereits gezeigt, dass sich die bakterielle Belastung auf Brillen durch eine feuchte Reinigung, etwa mit Brillenreinigungstüchern, um rund 95 Prozent reduzieren lässt. "Eine feuchte Reinigung mit alkoholischen oder tensidhaltigen Brillenreinigungstüchern oder einfach mit Wasser und Spülmittel, ist nach aktuellem Wissensstand auch eine sinnvolle Strategie zur Entfernung von Corona- und anderen Viren auf der Brille, nachdem man Kontakt mit hustenden Menschen gehabt hat", erklärt Forschungsleiter Markus Egert.

(Ende)
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