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HOCHDORF Holding AG
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07.08.2019 - 17:45 | HOCHDORF Holding AG
07.08.2019 - 17:45 | HOCHDORF Holding Ltd
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Mediabox

pta20190820006
Meldung gemäß SIX Adhoc Publizität Art. 53 KR

HOCHDORF Holding AG: Medienmitteilung zum Halbjahresergebnis 2019

HOCHDORF muss sich neu ausrichten


Hochdorf (pta006/20.08.2019/07:00) - HOCHDORF befindet sich in einer ernstzunehmenden Krise. Die Gesellschaft entwickelte sich in der Berichtsperiode insbesondere aufgrund der negativen Performance ihrer 51%-Tochter Pharmalys deutlich schlechter als erwartet, woraus ein massiver Gewinneinbruch resultierte. Darüber hinaus mussten infolge einer Neubeurteilung der Geschäftsrisiken bei Pharmalys erhebliche Debitorenrückstellungen gebildet werden. In Kombination mit weiteren, notwendig gewordenen Wertberichtigungen entstand ein Unternehmensverlust von insgesamt CHF -63.6 Mio. Der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung arbeiten mit Hochdruck an der Restrukturierung und Neuausrichtung der Gruppe. Mit einer raschen und konsequenten Umsetzung der am 8. Juli 2019 kommunizierten Schritte sowie der eingeleiteten Umschuldungsmassnahmen kann der Fortbestand von HOCHDORF gesichert werden.

Die HOCHDORF-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2019 in ihren Werken 374.8 Mio. kg Milch, Molke, Rahm und Buttermilch (Flüssigmenge) verarbeitet, 2.6% mehr als im Vorjahr (365.3 Mio. kg). Verantwortlich für die Zunahme zeichnet die Uckermärker Milch GmbH. Entsprechend erhöhte sich das verkaufte Volumen um +3.9% auf 86'661 Tonnen (Vorjahresperiode: 83'374 Tonnen). Der erzielte Nettoerlös reduzierte sich primär aufgrund des massiv schwächeren Umsatzes bei der Pharmalys Laboratories SA sowie notwendig gewordener Debitorenrückstellungen im Umfang von CHF 35.2 Mio. auf CHF 242.9 Mio. (VJ 281.6 Mio.).

Als Folge sank das Bruttoergebnis deutlich auf tiefe CHF 36.0 Mio. (VJ 82.0 Mio.). In Kombination mit einem höheren Betriebsaufwand und gestiegenen Abschreibungen führte dies zu einem negativen EBITDA von CHF -39.4 Mio. (VJ 13.1 Mio.) und einem negativen EBIT von CHF -52.4 Mio. (VJ 2.9 Mio.). Der höhere Betriebsaufwand ist zu einem grossen Teil auf stark gestiegene Kosten bei der Pharmalys Laboratories SA zurückzuführen.

Die neuen Anlagen (Sprühturmlinie 9 und Dosenlinie 2) in Sulgen führten im Vorjahresvergleich zu höheren Abschreibungen. Weitere Abschreibungen bzw. Rückstellungen wurden für die Stilllegung und den geplanten Rückbau von Produktionsanlagen in Hochdorf - zwei (sicherheits-)technisch überalterte Sprühtürme und die VIOGERM®-Produktionsanlagen - sowie auf immateriellen Werten (Marke Snapz) vorgenommen. Für den geplanten Verkauf der Uckermärker Milch GmbH wurde das Finanzergebnis der Gruppe mit einer Rückstellung in der Höhe von EUR 10 Mio. belastet.

Insgesamt resultierte in der Berichtsperiode ein Unternehmensergebnis von CHF -63.6 Mio. (nach Minderheiten CHF -43.4 Mio., entsprechend einem Verlust pro Aktie von CHF -30.89). Die Nettoverschuldung der Gruppe erhöhte sich um knapp CHF 20 Mio. auf CHF 174.2 Mio., die Eigenkapitalquote reduzierte sich damit auf 38.5% (48.8% per 31.12.2018).

Bereich Dairy Ingredients
Die im ersten Halbjahr verarbeitete Milch-, Rahm, Molke- und Permeatmenge (Flüssigmenge) erhöhte sich um 2.6% auf 374.8 Mio. kg (VJ 365.3 Mio. kg). Mit dem Verkauf wurde ein Nettoerlös in der Höhe von CHF 201.9 Mio. erzielt (VJ CHF 188.2 Mio.; +7.3%). Der höhere Umsatz begründet sich mit gesteigerten Verkaufsmengen inkl. Lagerabverkäufen sowie teilweise mit höheren internationalen Verkaufspreisen für Magermilchpulver.

Der Geschäftsbereich Dairy Ingredients der HOCHDORF Swiss Nutrition AG (HSN) setzte die im letzten Jahr eingeführten saisonalen Preisabschläge in der Milch-Hochsaison fort. Die HSN konnte u. a. als eine Folge der Nachfolgelösung des "Schoggigesetzes" nur knapp kompetitive Milchpreise bezahlen. Zusammen mit dem niedrigen Milchaufkommen in den Anfangsmonaten führte dies zu tieferen Milcheingängen (150.3 Mio. kg im ersten Halbjahr 2019, VJ 166.3 Mio. kg). Gleichwohl wurde die Liefersicherheit jederzeit gewährleistet. Die gesamte verarbeitete Flüssigmenge reduzierte sich um 3.6% auf 221.6 Mio. kg (VJ 229.7 Mio. kg). Der Systemwechsel wurde zum 1. Januar 2019 vollzogen und die negativen Ergebnisauswirkungen konnten weitestgehend kompensiert werden.

Die Uckermärker Milch GmbH verarbeitete 153.2 Mio. kg Flüssigmenge (VJ 117.8 Mio. kg; +30.0%). Insbesondere die Milchmenge verzeichnete mit 40% einen grossen Anstieg (136.9 Mio. kg vs. VJ 97.8 Mio. kg), begünstigt durch die Übernahme mehrerer regionaler Direktlieferanten. Damit erhöhen sich die Eigenmilchmengen, während sich die Abhängigkeit vom Spotmarkt reduziert. Die Preise für Eiweiss erholten sich im ersten Halbjahr, während die Butterpreise über den Verlauf des 1. Halbjahres schrittweise nachgaben.

Bereich Baby Care
Der Geschäftsbereich Baby Care schloss das erste Halbjahr unter den Erwartungen ab und erzielte hauptsächlich aufgrund des Umsatzeinbruchs bei Pharmalys und notwendiger Debitorenrückstellungen im Umfang von CHF 35.5 Mio. einen im Vorjahresvergleich massiv tieferen Nettoerlös von CHF 30.3 Mio. (VJ CHF 77.1 Mio.; -60.7%). Die Rückstellungen wurden mehrheitlich auf Forderungen der Pharmalys Laboratories SA gebildet.

Die Auslastung der neuen Produktions- und Abfülllinie der HOCHDORF Swiss Nutrition AG in Sulgen war wie erwartet noch relativ tief. Erste Verträge mit neuen Kunden konnten unterzeichnet und erste Produkte bereits produziert werden. Die Auslastung liegt knapp auf dem geplanten Niveau. Einen längeren, geplanten Stillstand für einen technischen Retrofit mit entsprechendem Einfluss auf die verfügbaren Produktionsvolumen gab es an der Sprühturmlinie 8.

Die Pharmalys Laboratories SA erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen erheblich tieferen Nettoerlös im Vergleich zum Vorjahr. Pharmalys hat aufgrund von Diskussionen um die Finanzierung des Wachstums die Lager bei Distributoren reduziert und entsprechend weniger bestellt, was insgesamt zu deutlich tieferen Umsätzen sowohl bei Pharmalys als auch im Geschäftsbereich Baby Care bei der HOCHDORF Swiss Nutrition AG führte. Im Gegensatz dazu erhöhten sich die Kosten bei Pharmalys im ersten Halbjahr 2019 massiv, was zu einem deutlich negativen Betriebsergebnis führte.

Die Bimbosan AG verzeichnete im ersten Halbjahr ein Ergebnis über den Erwartungen. Die Integration der im Vorjahr akquirierten Tochterfirma schreitet plangemäss und mit positiven Resultaten voran. Bimbosan konnte ihre starke Marktstellung im Heimmarkt trotz zunehmender Wettbewerbsaktivitäten erfolgreich behaupten. Neue Registrierungen in Exportmärkten wurden gestartet und in den bestehenden ausländischen Märkten stieg der Absatz an.

Bereich Cereals & Ingredients
Der Bereich Cereals & Ingredients erzielte im ersten Halbjahr 2019 einen Nettoerlös von CHF 10.6 Mio. (VJ 16.3 Mio.; -34.9%). Der Umsatzeinbruch ist auf die Einstellung bzw. Reduzierung erster unprofitabler Geschäftstätigkeiten sowie auf tiefere Produktverkäufe zurückzuführen. Gleichzeitig wurden auch vielversprechende neue Produkte entwickelt und teilweise bereits im Markt lanciert.

Neuausrichtung der HOCHDORF-Gruppe
Nach vorne blickend wird sich die HOCHDORF-Gruppe, nach der im ersten Halbjahr vorgenommenen Neubeurteilung der Risiken und Opportunitäten der Gesellschaft durch den neu zusammengesetzten Verwaltungsrat, auf die Weiterentwicklung des wachstumsstarken Baby Care-Geschäfts, bei gleichzeitiger Prüfung aller strategischer Optionen für Pharmalys, sowie auf die weitere Optimierung des Geschäftsbereichs Dairy Ingredients konzentrieren. Die am 8. Juli 2019 kommunizierten Massnahmen und zeitlichen Vorgaben für die Neuausrichtung betreffen auch den zeitnahen Verkauf der Uckermärker Milch GmbH, die Strategieüberarbeitung des Bereichs Dairy Ingredients und die Aufgabe des Geschäftsbereichs Cereals & Ingredients mit Evaluation der strategischen Alternativen für die einzelnen Tochtergesellschaften.

Insbesondere die Mehrheitsbeteiligung an der Pharmalys Laboratories SA stellt die HOCHDORF-Gruppe vor grosse Herausforderungen. Das Geschäftsmodell gibt den HOCHDORF Organen keine Transparenz und keinen Einfluss auf relevante Teile der Wertschöpfungskette. Zudem ist die Finanzierung des Nettoumlaufvermögens äusserst kapitalintensiv, was eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Unter anderem aus diesen Gründen prüft der Verwaltungsrat mit Hochdruck alle Optionen für Pharmalys.

Verlängerung und Erhöhung der Finanzierung
Mit Abzeichnung der massiven Verschlechterung der Geschäftsentwicklung und der Verletzung der Financial Covenants per Mitte Jahr wurde die bestehende Finanzierung umgehend mit den Banken neu verhandelt. Der Konsortialkredit in Höhe von CHF 151 Mio. wurde bis zum 31. Oktober 2019 verlängert und gleichzeitig eine Verzichtserklärung (Waiver) unterzeichnet, welche die Financial Covenants zeitweilig ausser Kraft setzt. Um den geplanten Umbau der Gruppe voranzutreiben, strebt die Gesellschaft eine Verlängerung des Konsortialkredites sowie den Abschluss einer zusätzlichen Kreditfazilität in Höhe von CHF 40 Mio. an.

Ausblick
Die eingeleiteten Massnahmen zur Neuausrichtung und Restrukturierung der Gruppe werden das Jahresergebnis stark belasten, die notwendigen Abschreibungen und Rückstellungen sind jedoch bereits im Halbjahresergebnis bestmöglich abgebildet. Zudem wurden weitere betriebliche Korrekturmassnahmen wie ein Investitionsstopp bei allen nicht betriebsnotwendigen Prozessen, ein umfassendes Kostensenkungsprogramm und ein Programm zur Sicherung der Liquidität eingeleitet.

Die eingeleitete Transformation hat den Verwaltungsrat dazu veranlasst, auch seine eigene Organisation zu überdenken. Michiel de Ruiter und Ulrike Sailer haben in den letzten Monaten einen bedeutenden Beitrag zur Schärfung der Strategie und Neuausrichtung der Unternehmung geleistet. Mit der Finalisierung der neuen Strategie und der Budgetierung wird im September 2019 ein wichtiger Meilenstein erreicht sein. Im Anschluss daran werden sich Michiel de Ruiter und Ulrike Sailer aus dem Verwaltungsrat zurückziehen. Diese Veränderung wird zum Anlass genommen, das Gremium auf fünf Mitglieder zu verkleinern.

Die HOCHDORF-Gruppe steht vor grossen Herausforderungen. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Festlegung einer Endjahresprognose. Saisonal bedingt ist das zweite Semester operativ normalerweise stärker. Im laufenden Geschäftsjahr werden Umsetzungsgrad und -tempo der ergriffenen Massnahmen, insbesondere jene in Bezug auf die Zukunft der Pharmalys, einen bedeutenden Einfluss auf den Erlös, das Betriebsergebnis und das Nettoergebnis haben.

Kennzahlen der HOCHDORF-Gruppe (konsolidiert und ungeprüft)

TCHF (wenn nichts anderes erwähnt) 01.01.19 - 30.06.19 01.01.18 - 30.06.18 Veränderung
Verarbeitete Milch, Molke, Rahm und Permeat (Flüssigmenge) in Millionen kg 374.8 365.3 +2.6%
Verkaufte Menge in Tonnen 86'661 83'374 +3.9%
Nettoerlös 242'864 281'594 -13.7%
Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) -39'401 13'051 n.a.
in % des Produktionserlöses -15.5% 4.3%
Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) -52'390 2'932 n.a.
in % des Produktionserlöses -20.6% 1.0%
Unternehmensergebnis -63'631 -2'198 n.a.
in % des Produktionserlöses -25.0% -0.7%
Personalbestand per 30.06. 666 678 -1.5%
30.06.2019 31.12.2018
Bilanzsumme 564'289 575'231
davon Eigenkapital 217'307 280'847
in % der Bilanzsumme 38.5% 48.8%
Angaben zur Aktie 30.06.2019 30.06.2018
Aktienkurs (in CHF) 108.00 281.50 -61.6%

Den ausführlichen Aktionärsbrief finden Sie online unter report.hochdorf.com.

(Ende)
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