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pts20180829016 Medizin/Wellness, Forschung/Technologie

Starke Temperaturschwankungen führen zu mehr Herzinfarkten


München/Wien (pts016/29.08.2018/10:35) - Starke Temperaturschwankungen von mehr als 17,7° C innerhalb von 24 Stunden führen zu einer signifikanten Zunahme von Herzinfarkten und instabiler Angina pectoris (akutes Koronarsyndrom). Am häufigsten sind Männer betroffen, berichten Prof. Dr. Dirk von Lewinski und Dr. Klemens Ablasser (Medizinische Universität Graz) auf dem Europäischen Kardiologiekongress.

Entgegen der ursprünglichen Annahme des Forscherteams zeigte sich in Bezug auf die Häufigkeit von akuten Koronarsyndromen kein signifikanter Unterschied zwischen Tagen mit oder ohne Schneefall. Selbst an den Tagen nach Schneefall, bei denen am ehesten von körperlicher Anstrengung beim Schneeschaufeln ausgegangen werden muss, steigt das Risiko für Herzinfarkt nicht. Auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt beeinflussen das Auftreten von akuten Koronarsyndromen nicht signifikant, so Dr. Ablasser.

Auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) kommen in München vom 25. bis 29. August 31.000 Spezialisten aus 150 Ländern zusammen.

Die Forscher hatten für ihre Studie in Teilen der Steiermark und des Burgenlandes über einen Zeitraum von acht Jahren 18.075 Patienten mit akutem Koronarsyndromen ausgewertet, die zur Behandlung in ein Herzkatheter Zentrum kamen. Wetterdaten wurden von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik zur Verfügung gestellt, einschließlich stündlicher Aufzeichnungen von Schneefall, Niederschlag und Temperatur. Die Personen waren im Durchschnitt 67 Jahre alt und zu 74 Prozent Männer.

Schnee und Kälte in den Wintermonaten machen nicht nur für viele das Leben beschwerlicher, sondern können für Menschen mit Herzkreislauferkrankungen lebensbedrohlich werden. Als Auslöser für einen Herzinfarkt wurden Schneefall und niedrige Temperaturen besonders in Zusammen mit körperlicher Belastung im Freien, wie zum Beispiel Schneeschaufeln, vermutet. In der neuen Studie konnte das, mit Ausnahme von starken Temperaturschwankungen, nicht bestätigt werden.

Quelle: ESC Abstract Nr. 86035; Ablasser et al.: Effects of snowfall and temperature on the incidence of over 18000 acute coronary syndrome cases

(Ende)
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