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pte20180829002 Computer/Telekommunikation, Medizin/Wellness

Zeigefinger-Scan sagt Schlaganfall voraus

Einfache Analyse durch Smartphone-Kamera erkennt Vorhofflimmern zuverlässig


Herz: App misst Herzrhythmus per Handy-Cam (Foto: Simone Hainz, pixelio.de)
Herz: App misst Herzrhythmus per Handy-Cam (Foto: Simone Hainz, pixelio.de)

Hasselt (pte002/29.08.2018/06:05) - Wissenschaftler der belgischen Universität Hasselt http://uhasselt.be haben eine neue Smartphone-App entwickelt, die den Herzrhythmus ganz ohne Gadgets misst. Hierzu muss der Nutzer einfach den linken Zeigefinger nur eine Minute lang vor seine Smartphone-Kamera halten.

Vorhofflimmern erkennen

Die noch im Teststadium befindliche Anwendung könnte künftig beim Screening auf Vorhofflimmern helfen. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und geht Schlaganfällen voraus. Die Störung führt zu einer unregelmäßigen, oft schnellen Herzfrequenz, die zumeist einen schlechten Blutfluss verursacht. Die nun entwickelte App kann den Herzrhythmus anhand von Symptomen wie Herzklopfen, Kurzatmigkeit oder Müdigkeit messen und somit ein wichtiger Helfer in der Vorsorge sein.

"Die meisten Menschen haben ein Smartphone mit einer Kamera, die schon ausreicht, um Vorhofflimmern zu erkennen. Dies ist eine kostengünstige Möglichkeit, Tausende von Menschen auf einen Zustand hin zu untersuchen, der immer häufiger auftritt und schwerwiegende Folgen haben kann, wenn er nicht behandelt wird", erklärt Pieter Vandervoort von der Universität Hasselt. Die App generiert völlig automatisch einen Bericht, eine Kopie der Rhythmusspuren sowie eine Interpretation.

Tests erfolgreich verlaufen

Um die Zuverlässigkeit der App zu testen, haben die Wissenschaftler eine groß angelegte Studie durchgeführt. Die 12.328 Teilnehmer wurden angewiesen, mit ihrem eigenen Smartphone den Herzrhythmus zweimal am Tag im Zeitraum von einer Woche zu messen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 50 Jahre, 58 Prozent von ihnen waren männlich.

Insgesamt hatten 9.889 (80 Prozent) einen regelmäßigen Rhythmus, 136 (1,1 Prozent) zeigten Symptome für Vorhofflimmern, 2.111 (17 Prozent) hatten andere unregelmäßige Rhythmen und zwei Prozent fielen aufgrund schlechter Qualität der Ergebnisse durch die Analyse. "Diese Technologie hat echtes Potenzial, Menschen mit bisher unbekanntem Vorhofflimmern zu finden, damit sie behandelt werden können", so Vandervoort abschließend. Wann und ob die App in die großen Stores kommen soll, ist noch unklar.

(Ende)
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