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pte20180809012 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie

Wild gefangene Elefanten sterben viel früher

Erhöhte Sterblichkeitsrate noch Jahrzehnte nach Fang nachweisbar

Myanmar: Elefanten helfen bei der Holzarbeit (Foto: izw-berlin.de)
Myanmar: Elefanten helfen bei der Holzarbeit (Foto: izw-berlin.de)

Berlin/Turku (pte012/09.08.2018/10:30) - Wildlebende Elefanten, die für Zoos oder zur Forstarbeit eingefangen werden, haben eine deutlich kürzere Lebenserwartung als Artgenossen, die bereits in Gefangenschaft zur Welt gekommen sind. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam der University of Turku http://utu.fi in Finnland und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) http://izw-berlin.de . Dieses hat detaillierte Daten über asiatische Elefanten in Myanmar analysiert, um die langfristigen Auswirkungen des Fangs zu untersuchen. Demnach weisen Wildfänge noch Jahrzehnte nach ihrem Fang eine erhöhte Sterblichkeitsrate auf und leben im Schnitt um drei bis sieben Jahre weniger.

Gefährdung für Bestand

"Die Menschheit fängt seit mehr als 3.000 Jahren wildlebende asiatische Elefanten, um sie als Arbeitstiere oder zur Unterhaltung einzusetzen", heißt es vom IZW. Diese Praxis werde bis zum heutigen Tag aufrechterhalten, obwohl der Bestand entsprechender Tiere im Freiland rückläufig ist. "Der Fang und die Zähmung geht auf Kosten der mittleren Lebensdauer und erhöht den Druck auf die Freilandpopulationen, was langfristig den Bestand im Freiland gefährden könnte", warnt Studienleiterin Virpi Lummaa.

"Unsere Analyse zeigt, dass wild gefangene Elefanten geringere Überlebenschancen haben als in Gefangenschaft geborene, unabhängig davon, welche Fangmethode eingesetzt wird: Einpferchung ganzer Gruppen, Lassos für den Fang einzelner Elefanten oder Ruhigstellung durch Betäubung", ergänzt ihre Kollegin Mirkka Lahdenperä. Das bedeutet, dass alle diese Methoden einen ähnlich nachteiligen Einfluss auf das weitere Leben eines in Gefangenschaft lebenden und arbeitenden Elefanten haben. "Wir stellten auch fest, dass ältere Elefanten am meisten unter dem Fang leiden; sie haben eine höhere Sterblichkeit als jüngere Elefanten", so die Forscherin.

Umfangreicher Datensatz

In Myanmar werden Elefanten seit Jahrhunderten in Holzfällerlagern eingesetzt. Wild gefangene und in der Gefangenschaft geborene Tiere arbeiten und leben dort Seite an Seite in den Wäldern. Sie werden weitgehend mit den gleichen Methoden gezähmt, leben in der gleichen Umgebung und werden somit ähnlich behandelt. Die detaillierten Aufzeichnungen der Lokalverwaltungen in Myanmar über die Elefantenhaltung lieferte den Forschern aus Turku und Berlin einen umfangreichen Datensatz.

Anhand dieser Daten, die fast ein Jahrhundert zurückreichen und über 5.000 in der Forstwirtschaft tätige Elefanten betreffen, analysierten die Wissenschaftler die Überlebenschancen der Elefanten nach dem Fang. "Das größte Sterberisiko für alle wild gefangenen Elefanten besteht im ersten Jahr nach der Gefangennahme. Auch wenn das Risiko in den Folgejahren abnimmt, hielten überraschenderweise die negativen Auswirkungen etwa ein Jahrzehnt an", fassen die Experten ihre Ergebnisse zusammen.

(Ende)
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