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pte20180313017 Computer/Telekommunikation, Bildung/Karriere

Online-Tutorials verleiten zur Selbstüberschätzung

Nur Videos schauen, wirkt sich negativ aus, da kein Lerneffekt eintritt

Doppelt geschminkt: Viele versuchen Tutorials (Foto: facebook.com/youtube)
Doppelt geschminkt: Viele versuchen Tutorials (Foto: facebook.com/youtube)

Chicago/Wien (pte017/13.03.2018/10:30) - Das Anschauen von Tutorials auf Facebook, Instagram und YouTube macht übermütig. Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of Chicago Booth School of Business http://chicagobooth.edu in einer Studie mit mehr als 1.000 Teilnehmern. Laut den Wissenschaftlern überschätzen viele Konsumenten solcher Videos ihre Fähigkeiten, während das eigene Können nicht weiter ausgebildet wird.

Bekanntes Phänomen

"Dass Selbstüberschätzung, so weit dieser Begriff auch gefächert ist, in Zeiten der Internet-Kommunikation ein Thema ist, da besteht kein Zweifel", berichtet Tilo Grenz, Experte für Mediatisierung an der Universität Wien http://univie.ac.at , gegenüber pressetext und fügt an: "Dieses Phänomen kennt man seit einiger Zeit und so trivial es auch ist - es ist nachvollziehbar."

"Je häufiger Menschen anderen zusahen, desto wahrscheinlicher war es, dass sie annahmen, es ihnen gleichtun zu können - obwohl sich ihre Fähigkeiten nicht verbesserten", erläutert Studienautor Michael Kardas von der University of Chicago. Vielmehr führe das bloße Zuschauen dazu, dass Menschen Dinge machten, die sie normalerweise wahrscheinlich nicht tun würden. Um herauszufinden, ob das bloße Anschauen von Videos Fähigkeiten trainiert, die sonst nicht von den Rezipienten geübt wurden, führte Kardas mit seinem Kollegen Ed O'Brien eine Reihe von insgesamt sechs Experimenten durch.

Je mehr Input, desto "sicherer"

Menschen, die sich beispielsweise Tutorials über das Wegziehen einer Tischdecke unter Geschirr und Besteck häufig ansahen, waren dementsprechend selbstsicherer darin als jene, die nur eine schriftliche Beschreibung darüber vorliegen hatten. Noch überzeugter von sich waren diejenigen, die im gezeigten Tutorial die Hände der vorführenden Person sehen konnten: Hier wurde seitens der Rezipienten angenommen, sich Techniken und Feinheiten des Tricks besser einprägen zu können. Nur durch das Nachdenken über diese Fähigkeiten setzte jedoch kein Lernprozess ein.

"Wir gehen davon aus, dass es an einem Überangebot von Inhalten liegt, bei denen Menschen anderen Menschen beim Ausführen aller möglichen Tätigkeiten zuschauen können", erklärt Kardas. Das Wissen um Selbstüberschätzung nach dem Ansehen von Tutorials würde Rezipienten jedenfalls guttun und sie vorsichtiger agieren lassen, so der Forscher.

Nun sind weitere Tests geplant, die übermäßiges Selbstvertrauen gleich abschwächen, wie beispielsweise das Spielen von Virtual-Reality-Games. Die Forscher hoffen, dass dies Menschen dabei hilft, Grenzen des bloßen Zuschauens besser einzuschätzen.

(Ende)
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Ansprechpartner: Wolfgang Rudloff
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